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Foto: Getty Images/Rentz
Wien - Seit dem EU-Beitritt vor zwölf Jahren haben in Österreich täglich neun Milchbauern ihr Melkzeug für immer an den Nagel gehängt. Damit hat sich die Zahl dieser Landwirte von damals 80.000 auf nur noch 38.000 mehr als halbiert, berichtet die "Kronen Zeitung" in ihrer Sonntagausgabe. "Die jetzige Milchpreiserhöhung kommt für viele Landwirte zu spät", so Ewald Grünzweil, Obmann der IG Milch, in der Zeitung.

"Verfehlte Förderpolitik"

Dass es in Österreich immer weniger Bauern gibt ist laut SPÖ eine Folge der "verfehlten" Förderpolitik von Landwirtschaftsminister Josef Pröll und dem VP-Bauernbund. Diese Politik habe nicht der Erhaltung einer gesunden und lebensfähigen Landwirtschaft gedient. Vielmehr seien die Fördermittel zu Gunsten der Großbauern vergeben worden, so SPÖ-Agrarsprecher Kurt Gaßner am Sonntag in einer Aussendung.

Die Kritik will die ÖVP naturgemäß nicht auf sich sitzen lassen. "Wir erleben derzeit in Österreich, wie in ganz Europa, einen Strukturwandel in der Landwirtschaft", so Bauernbundpräsident Fritz Grillitsch. Und er betont: "Von einem Milchbauernsterben kann aber nicht die Rede sein."

Den Vorwurf, dass die derzeitige Förderpolitik Großagrarier bevorzuge, weist Grillitsch zurück. Vielmehr verwies er auf den Markt. Dieser, und nicht die Politik, würden die Milchpreise bestimmen. (APA)