Wien - Das enorme Wachstum der Bankenmärkte in Zentral- und Osteuropa hält ungebrochen an. Nachdem die gesamte Bilanzsumme der Banken 2005 bereits um fast ein Drittel gestiegen war, legte sie 2006 neuerlich um 28 Prozent auf 1.087 Mrd. Euro zu. Die Analysten von Raiffeisen Research gehen in ihrer aktuellen CEE-Banken-Studie davon aus, dass sich der Markt bis Ende 2011 auf rund 2.500 Mrd. Euro mehr als verdoppeln wird.

"Wir sehen derzeit keine Gründe für eine signifikante Abschwächung des langfristigen Wachstumstrends", so Walter Demel, Senior Analyst der Raiffeisen Zentralbank Österreich AG (RZB) und Co-Autor der Studie.

Stärkstes Wachstum in GUS und Südosteuropa

Regional betrachtet waren im vergangenen Jahr die Bankenmärkte in der Gemeinschaft unabhängiger Staaten (Russland, Ukraine, Weißrussland) mit 41,7 Prozent Wachstum und in Südosteuropa mit einem Zuwachs von 36,7 Prozent die wesentlichen Wachstumstreiber. Die weiter entwickelten Bankenmärkte Zentraleuropas wuchsen um 15,8 Prozent. Auf Länderebene wiesen Serbien (plus 51 Prozent), Rumänien (plus 47 Prozent), Ukraine und Russland als größter Bankenmarkt der Region (jeweils plus 42 Prozent) sowie Bulgarien und Belarus (jeweils plus 28 Prozent) überdurchschnittliche Wachstumsschübe im Jahr 2006 auf Euro-Basis auf. Das geringste Wachstum verzeichnete die Slowakei mit immer noch beachtlichen 10 Prozent.

Die RZB-Analysten haben ihr im Vorjahr eingeführtes Prognosemodell zur langfristigen Entwicklung der CEE-Bankenmärkte nun bis 2016 erweitert - bis dahin wird ein Marktvolumen von über 5.000 Mrd. Euro (Bilanzsumme) prognostiziert, was einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von rund 17 Prozent entspricht.

Ein weiteres Ergebnis dieser Prognoserechnung ist, dass sich die Bankenmärkte in der GUS deutlich schneller entwickeln werden als die Märkte in den neuen EU-Mitgliedsstaaten. Für den Zeitraum bis 2011 wird ein durchschnittliches Wachstum von 21 Prozent pro Jahr für die GUS prognostiziert. Für Südosteuropa sind es 16,6 Prozent und für Zentraleuropa 15,6 Prozent pro Jahr. Als Resultat daraus erwarten die Analysten, dass die Gesamtbilanzsumme in der GUS im Laufe des Jahres 2008 erstmals größer sein wird als die in Zentraleuropa. (APA)