Wien - Im Bawag-Prozess, der morgen, Donnerstag, mit neuen Zeugeneinvernahmen in die nächste Runde geht, gibt es Nebenschauplätze. So wurde etwa der ÖGB in erster Instanz zur Zahlung der Anwalts- und Gerichtskosten verdonnert. Dabei handelt es sich um mehr als eine Mio. Euro alleine an Anwaltskosten nur für diesen einen, kleinen Prozess, berichtete das Ö1-"Mittagsjournal".

Daneben laufen noch einige Verfahren, in denen auf zivilrechtlicher Ebene geklärt werden soll, wer denn am Bawag-Desaster schuld ist und dafür bezahlen muss. Auf diesen Nebenschauplätzen haben Elsner und Co bisher ziemlich gute Karten gehabt. Und die Glückssträhne hält derzeit offenbar noch an: So wurde - ganz aktuell - eine Klage gegen Frau Elsner abgewiesen. Da sei es um die Räumung der Wohnung gegangen, und die Bawag sei abgeblitzt, so heißt es.

Und so laufen derzeit noch weitere zwei Verfahren beim Landesgericht für Zivilrechtssachen gegen Ruth Elsner (sie ist nämlich formell die Erwerberin der Wohnung). Diese Verfahren sind aber de facto unterbrochen, da wird auf das Ende des Strafverfahrens gewartet. Hintergrund: Im Strafverfahren können - prozessökonomisch sinnvoll - sämtliche Beweise relativ kostengünstig beschafft werden, während im Zivilverfahren letztlich eine Partei zahlen muss, erzählte ein beteiligter Anwalt laut "Mittagsjournal".

Weiters - und das ist sozusagen der Hauptteil der Nebenklagen - hat die BAWAG Helmut Elsner auf 10 Mio. Euro Schadenersatz geklagt, auch ein Verfahren gegen Wolfgang Flöttl läuft noch. Aber auch hier gilt: Sie sind de facto unterbrochen.

Vermögen in Stiftungen

Für die Elsners derzeit nicht so gut sieht es dem ORF-Beitrag zufolge mit ihrem Vermögen in Stiftungen aus, zu dem auch die Villa in Frankreich gehört - es ist derzeit auf Anordnung des Strafgerichtes eingefroren. Die Frage, womit Elsner eigentlich seinen Anwalt bezahlt, muss unbeantwortet bleiben, weil keiner der Beteiligten eine Stellungnahme abgeben will. Es ist aber die Rede davon, dass Helmut Elsner doch noch zumindest ein finanzkräftiger Freund geblieben sein könnte. (APA)