Wien - Nach Protesten der Mobilfunker überlegt der Chef der Medienbehörde, die Bewerbungsfrist für Handy-TV zu verlängern. Michael Ogris will am Ausschreibungsbeginn "um den 15. September" festhalten, kann sich aber eine "etwas längere" Dauer vorstellen. Vorgesehen waren zwei Monate.

Massive Verlängerung schließt Ogris im Gespräch mit dem STANDARD aus: "Sonst höre ich von denselben, dass die Bescheide nicht rechtzeitig ergangen sind, um vor der EURO 2008 zu starten." One und 3 forderten von Medienministerin Doris Bures, die Ausschreibung um mindestens zwei Monate zu verschieben. Sie möge "nicht vor Februar 2008" enden, Betrieb zur EURO 2008 gehe sich dennoch aus.

Zwei Monate reichten nicht, ein "tragfähiges Geschäftsmodell" mit Programmanbietern und Plattformbetreibern zu entwickeln. Mehr Zeit gebe Mitbewerbern Chancen gegen die ORF-Sendertochter ORS. 3 warnte vor einer Monopolstellung der ORS. Interesse zeigt T-Systems.

ORS-Chef Michael Wagenhofer wundert sich: Mobilfunker seien wegen der EURO Treiber des Zeitplans gewesen. Ihre Konzerne hätten Erfahrung mit Handy-TV. (fid/DER STANDARD; Printausgabe, 7.9.2007)