Graz - Die steirische Knill Gruppe (Weiz) hat das Wirtschaftsjahr 2006/07 mit den besten Daten der Firmengeschichte abgeschlossen. Wie am Donnerstag bei der Bilanz-Pressekonferenz in Graz vorgelegt wurde, wuchs der Gruppenumsatz um 16,5 Prozent auf 140 (nach 120,2) Mio. Euro, der Cash-Flow um 15,5 Prozent auf 9,7 (nach 8,4) Mio. Euro. Das EGT wird von dem Familienunternehmen (gegr. 1712) nicht bekanntgegeben. Bemerkenswert ist die Strategie, in der Produktion auf Europa und Insourcing zu setzen.

Die Knill Gruppe, die sich in die beiden, umsatzmäßig etwa gleichwertigen Geschäftsbereiche "Energy" und "Technology" gliedert und mit weltweit 25 Unternehmen stark exportorientiert ist (81 Prozent), hat auch personell aufgerüstet: Mit 1.122 Mitarbeitern liegt man gegenüber dem Vorjahr (1.031) um fast neun Prozent höher. Dieser Stand soll stabil bleiben, wobei im Inland weiter aufgebaut, im Ausland hingegen reduziert werden soll, erklärten die beiden Geschäftsführer Georg und Christian Knill. Als Beispiel für die Strategie des Insourcings bzw. der stärkeren Einbindung von lokalen Zuliefern wird ein 2004 eröffneter Montagebetrieb in Nanjing (China) genannt, der wegen mangelnder Qualität und hoher Logistikkosten wieder geschlossen wurde.

Gleichzeitig wurden 2007 weitere Zukäufe im Ausland getätigt. So wurde etwa ein kleines Westschweizer Unternehmen ("Silitec") akquiriert, das Telekom-Glasfaser und Spezialfasern für Laserschweißtechnik und medizinische Anwendungen herstellt und das Produktportfolio des 2005 übernommenen und auf kleinerem Niveau sanierten Schweizer Glasfaseranlagenbauer Nextrom ergänzt. Mitte des Jahres wurde in Thailand ein Spezialbetrieb für Spiralarmaturen mit 40 Mitarbeitern gekauft.

Rosendahl verdoppelt Umsatz

Das größte Wachstum innerhalb der Gruppe hatte der Sondermaschinenbauer Rosendahl - innerhalb von zwei Jahren konnte der Umsatz verdoppelt werden, so die Geschäftsführer. Rosendahl ist Weltmarktführer bei Fertiglösung und Systemen für die Kabel- und Drahtindustrie. Profitiert hat der Bereich Energy insgesamt von der zunehmenden Investitionstätigkeit im Energiesektor und vor allem in den Hauptmärkten Europa und Mittlerer Osten. In Österreich hofft man auf aktuell einen rund 5 Mio. Euro umfassenden Verbund-Auftrag beim Bau der 380-kV-Höchstspannungsleitung vom südlichen Burgenland in die Südsteiermark, für die von Mosdorfer Freileitungsarmaturen und Dämpfungssysteme angeboten werden.

Bei der im Kabelverteilergeschäft tätigen Firma Elsta Mosdorfer wird übrigens heuer die Zusammenlegung der beiden Standorte Kaindorf und Wies abgeschlossen. Kaindorf bei Leibnitz wird zum Kompetenzzentrum Schranksysteme ausgebaut. (APA)