Wien - Falls das MOL-Management einen strategischen Zusammenschluss mit der OMV weiterhin ablehnt, will sich OMV-Generaldirektor Ruttenstorfer direkt an die MOL-Aktonäre wenden. "Wir versuchen zuerst, das MOL-Management zu überzeugen, und wenn sie unseren Vorschlag nicht unterstützen, dann die Aktionäre", sagte Ruttenstorfer am Montag in einem Interview mit der Finanznachrichtenagentur Dow Jones.

Damit sei "dezidiert nicht" ein feindliches Übernahmeangebot gemeint, präzisierte OMV-Sprecher Thomas Huemer. Man werde lediglich die MOL-Aktionäre über die Vorteile einer Allianz mit der OMV informieren, so der Sprecher. Adressaten dieser Informationen sollen nicht die größeren Aktionäre sein - die OMV selbst hält knapp 19 Prozent der MOL-Anteile, die MOL selbst und "befreundete" Unternehmen halten laut Dow Jones gut 41 Prozent. Möglich wäre eine Information der Streubesitz-Aktionäre etwa bei Roadshows, erklärte der Sprecher.

Kleinere Zukäufe möglich

Vorerst sei man zufrieden mit der bestehenden Minderheitsbeteiligung an MOL, sagte Ruttenstorfer. Er schließe jedoch kleinere Zukäufe nicht aus, falls der Preis stimmt. Ziel sei es, einen "beträchtlichen" Anteil an MOL zu erlangen, sagte Ruttenstorfer ohne näher zu präzisieren, wie hoch dieser Anteil sein sollte.

Die MOL-Führung bezeichnet das Vorgehen der OMV als unfair, denn die OMV selbst befinde sich zu 31,5 Prozent im Eigentum des österreichischen Staates und sei daher gegen eine Übernahme gefeit. (APA)