Shanghai - Chinas Aktienwerte sind wegen der gestiegenen Inflationsrate im August am Dienstag um mehr als vier Prozent eingebrochen. Nach Angaben der Nationalen Statistikbehörde habe der Verbraucherpreisindex im vergangenen Monat um 6,5 Prozent zugelegt, der stärkste monatliche Anstieg seit 1997, wie die "Shanghai Daily" berichtete. Der Index gilt als Indikator für die Inflationsrate. Die Erhöhung wurde vor allem durch die in China explodierenden Nahrungsmittelpreise ausgelöst.

Die Börsen in Shanghai und Shenzhen reagierten auf die Nachricht mit schweren Kursverlusten. Der Shanghai Composite Index sackte um 4,51 Prozent auf 5.113,97 Punkte und der Shenzhen Composite Index um 5,28 Prozent auf 1.401,02 Punkte bei Handelsschluss. Chinesische Anleger befürchten offenbar erneute Schritte der Regierung zur Abkühlung des Wertpapiermarktes. Peking hat in diesem Jahr schon vier Mal die Zinssätze angehoben und sieben Mal die verpflichtende Bankrücklage zur Kreditvergabe erhöht.

Die Regierung versucht zudem, mit der Ausgabe von 1,55 Bill. Yuan (149 Mrd. Euro) in speziellen Schatzanleihen Geld aus dem Markt abzuziehen. Am Montag hatte Peking verkündet, noch diesen Monat die zweite Tranche von 200 Mrd. Yuan anbieten zu wollen, um mit dem Erlös die staatliche Investitionsgesellschaft zur Verwertung der 1,2 Bill. US-Dollar (870 Mrd. Euro) großen chinesischen Devisenreserven zu finanzieren. (APA/dpa)