Linz - Oberösterreich hat sich in seinem jahrelangen Kampf um ein Gentechnikverbot den Ruf eines "Gallischen Dorfes" innerhalb der EU erworben. Seit 2003 gibt es zwar ein entsprechendes Landesgesetz, rechtswirksam ist es aber nicht, weil es im Widerspruch zu EU-Richtlinien steht. Man behilft sich mit einem sogenannten Vorsorgegesetz, das den Anbau gentechnisch veränderter Organismen (GVO) erschweren soll.

Gegen die Gentechnik in der Landwirtschaft existiert in Oberösterreich eine breite Front. Laut einer market-Umfrage wird der GVO-Einsatz von 94 Prozent der Bevölkerung kategorisch abgelehnt. Auch neun von zehn Bauern sind strikt dagegen. Das Land sieht sich als Vorreiter in Europa und hat gemeinsam mit der Toskana eine Allianz gentechnikfreier Regionen gegründet, die bereits 41 Mitglieder hat.

Für den nun eingetretenen Fall, dass der EuGH das Gentechnik-Verbotsgesetz kippt, existiert ein Sicherheitsnetz: Das Vorsorgegesetz enthält eine Reihe von Vorschriften, die den Anbau erschweren. Diese Regelung wurde von der EU nicht beanstandet. Als weiteres Schlupfloch könnten pflanzenspezifische GVO-freie Zonen sein, hier soll es bereits positive Signale der EU-Agrarkommissarin Mariann Fischer-Boel geben. (APA)