Wien/München - HVB-Vorstand Willibald Cernko wird Finanzkreisen zufolge seinen Vorstandsposten bei der Bank Austria Creditanstalt (BA-CA) niederlegen. Er bleibe aber innerhalb der italienischen UniCredit-Gruppe, zu der beide Banken gehören, zuständig für das Privatkundengeschäft in Deutschland und Österreich, sagte eine mit der Situation vertraute Person am Montag zu Reuters. Künftig solle Cernko auch die Verantwortung für weitere Länder außerhalb Italiens bekommen. Die Mailänder UniCredit hatte die HVB vor zwei Jahren übernommen.

Laut "WirtschaftsBlatt" und "Financial Times Deutschland" (FTD) hat die deutsche Bankenaufsicht BaFin der HVB ein Ultimatum gestellt. Demnach müsse sich Cernko bis zum Jahresende entscheiden, ob er weiter für die HVB oder für die BA-CA arbeiten werde. Cernko sitzt in beiden Banken im Vorstand und ist sowohl in Deutschland als auch in Österreich für das Privatkunden-Geschäft zuständig. Nach Meinung der Aufsicht soll sich Cernko angesichts der Größe der Geschäftsbereiche auf eine der beiden Banken konzentrieren, so das WirtschaftsBlatt.

Spekulationen

Die BA-CA müsse sich nun nach einem neuen Privatkunden-Vorstand umsehen. In der Branche war zuvor spekuliert worden, BA-CA-Vorstand Regina Prehofer könnte Cernkos Agenden übernehmen. Dies gilt bankintern laut Bericht jedoch als unwahrscheinlich. Prehofer ist für Leasing und das Firmenkunden-Geschäft zuständig.

Angesichts der Größe der BA-CA sollen die Bereiche Firmenkunden und Privatkunden weiterhin getrennt bleiben. Dies bestätigt BA-CA-Sprecher Martin Halama dem WirtschaftsBlatt: "Sollte sich Cernko für Deutschland entscheiden, ist in der BA-CA keine Neuaufteilung der Vorstandszuständigkeiten geplant." Branchenkreise schließen aber nicht aus, dass Prehofer Stellvertreterin von BA-CA-Chef Erich Hampel wird. Zweiter Vize soll laut "WirtschaftsBlatt" Osteuropa-Vorstand Federico Ghizzoni werden.

Die HVB lehnte einen Kommentar ab, die BaFin war zunächst nicht zu erreichen. (APA)