Wien - Nach den Turbulenzen bei Meinl European Land (MEL) verlangen laut Kleinaktionärsvertreter Wilhelm Rasinger einige Aktionäre nun die Auflösung der erst kürzlich an die Börse gebrachten Meinl International Power (MIP) und Meinl Airports International (MAI). "Bei der MIP und MAI wünschen viele Anleger eine sofortige Liquidation der Gesellschaften, damit sich der Cash-Bestand nicht wertverzehrend reduziert", heißt es in einer Aussendung am Montag. MEL-Aktionären empfiehlt er vorerst durchzuhalten. Solange der Kurs nicht über 14 Euro steige, solle man die Aktien behalten, empfiehlt Rasinger.

Rasinger fordert "die unverzügliche Einberufung einer Anlegerversammlung, um Informationen vom Management aus erster Hand zu bekommen". "150.000 frustrierte Anleger haben das Recht, wichtige Informationen unverzüglich aus erster Hand zu bekommen. Dafür darf das Jersey-Recht weder Ausrede noch Hindernis sein". Die letzten Aussagen des Unternehmens seien "unverbindlich, halbherzig und verwirrend" gewesen.

Kritik an "Partly Paid Shares"

Im Zentrum der Kritik an der MEL stehen vor allem die "Partly Paid Shares" - Anteile, für die unbekannte Eigentümer nur einen Cent per Stück einbezahlt haben, aber ein Drittel der Stimmrechte halten (teileinbezahlte Anteile). Die MEL hatte zuletzt argumentiert, dass das Management diese Anteile zur Abwehr einer Übernahme oder als Unterstützung für Akquisitionen heranziehen könnte. Rasinger betonte, es gehe "nicht nur um das Eigentum der Partly Paid Shares, sondern wer darüber die Verfügungsmacht hat" und um "die Beantwortung der Fragen, wer wann die ausstehenden Einlage der Partly Paid Shares bei wem einfordern kann und welcher Preis dann zu zahlen ist".

Flughafenprojekt überzeugt nicht

Bei Meinl Power und Meinl Airport sollten die Anleger laut Rasinger "möglichst bald darüber entscheiden können, ob es nicht sinnvoller ist, die Gesellschaften zu liquidieren". Das vergangene Woche präsentierte "Mini-Projekt" des Flughafens "Mukhino" im russischen Ulan Ude am Baikalsee - Kaufpreis 17,3 Mio. Euro - habe "in keiner Weise überzeugen können".

Und schließlich verlangt Rasinger den "sofortigen Stopp von Aussagen, wo der Kurs (der Meinl-Unternehmen) in einigen Jahren sein müsste". "So lange diese Perspektiven nicht mit handfesten Garantien unterlegt sind, handelt es sich um ein verantwortungsloses Spiel mit der Hoffnung von vielen einfachen Menschen die noch nicht einmal verstanden haben, was MEL-Zertifikate eigentlich sind." Er selbst schätzt, dass der "innere Wert" der MEL-Zertifikate bei 14 bis 15 Euro je Stück liegen dürfte. (APA)