Pro Monat tauchen im Internet 6000 neue Viren, Würmer und sonstiges Ungetier auf, die Usern das virtuelle Leben schwer machen wollen. So genannte Trojaner ermöglichen es, die Herrschaft über Computer zu gewinnen, auf denen sie sich festgesetzt haben. Gesteuert werden die PCs dann über Großcomputer, so genannte "C&C-Server". Die gekaperten PCs werden dann zum Beispiel dazu missbraucht, Spam- oder Phishing-Mails zu versenden. Auf diese Weise gelingt es, binnen Sekunden flächendeckend Millionen von Werbebotschaften zu verschicken. Privat-PCs werden also, ohne dass es ihre Besitzer bemerken, zu regelrechten Spam-Schleudern.

Diese – auch für Laien verständliche – Erklärung der Funktionsweise von Trojanern stammt von Cybercrime-Spezialisten der Internetplattform kripo-online. Und wie es sich für professionelle Verbrecherjäger gehört, geben diese auch Tipps zum Schutz vor Trojanern: Firewall, Antivirenprogramm. Damit wird es wohl bald ein Ende haben. Denn wenn Innenminister Günther Platter, wie geplant, seine Online-Hacker ins Netz schickt, wäre es wohl kontraproduktiv, dass die Polizei weiterhin an die Bevölkerung appelliert, nicht ungeschützt ins Internet einzusteigen.

In Deutschland ist die Diskussion um den "Bundestrojaner" schon ein wenig weiter vorgerückt. Technisch nahezu unmachbar, heißt es dort, wenn es um die gezielte "Over-The-Air"-Spionage auf einem bestimmten PC geht. Es sei denn, jemand installiert auf dem Gerät vorher eine Art Wanze. Und damit sind wir wieder beim guten, alten Lauschangriff, der, wie die aktuellen Verhaftungen beweisen, bestens funktioniert.

In Wahrheit hat sich aber Innenminister Platter über das, was er sich unter Online-Fahndung vorstellt, noch gar nicht konkret geäußert. – Auch eine Art Firewall. (DER STANDARD, Printausgabe, 18.9.2007)