Bogota - Die kolumbianische Regierung hat ein Urteil der US-Justiz gegen den Bananenhandelskonzern Chiquita scharf kritisiert. In dem Verfahren ging es um Schutzgeldzahlungen des Konzerns an eine paramilitärische Miliz in Kolumbien. Chiquita Brands International erklärte sich zur Zahlung einer Geldstrafe von 25 Millionen Dollar (18 Millionen Euro) bereit. Eine entsprechende Vereinbarung zwischen Anklage und Verteidigung wurde am Montag vom Bundesgericht in Washington gebilligt.

Die Vereinigten Selbstverteidigungskräfte von Kolumbien (AUC) seien für den Tod von mehreren tausend Menschen verantwortlich, sagte der kolumbianische Innenminister Carlos Holguin. Mit dem Urteil komme Chiquita billig davon. Er fühle sich vom Justizsystem der USA getäuscht. Menschenrechtsgruppen verlangten, dass Chiquita alle Geschäfte in Kolumbien untersagt werden sollten.

1,7 Millionen Dollar an Schutzgelder

Der Konzern räumte ein, von 1997 bis 2004 etwa 1,7 Millionen Dollar an die rechtsgerichteten Milizen gezahlt zu haben. Chiquita sei erpresst worden und habe mit den Zahlungen die Sicherheit seiner Arbeiter garantieren wollen. Die Strafe, die auch eine fünfjährige Bewährungsfrist einschließt, ist die höchste, die nach den Antiterrorgesetzen der USA in einem solchen Fall bisher verhängt wurde. Die USA haben die AUC 2001 als terroristisch eingestuft. Chiquita verkaufte 2004 seine Tochterfirma in Kolumbien, importiert aber weiter Bananen aus dem südamerikanischen Land.

Vizepräsident Francisco Santos Calderon forderte am Dienstag, die Geldstrafe gegen Chiquita sollte für die Entschädigung von Opfern der paramilitärischen Gewalt verwendet werden. Er kritisierte, dass keiner der Verantwortlichen bei Chiquita zu einer Haftstrafe verurteilt worden sei. (APA)