Eisenstadt - Bei einer Enquete im Burgenländischen Landtag diskutierten Brigitte Goldmann, Leiterin der Ausbildung für Waldorf-Kindergartenpädagoginnen Österreich, die FPÖ-Abgeordnete Barbara Rosenkranz, Erziehungswissenschafter Johann Pehofer und SPÖ-Frauensprecherin Gabriele Heinisch-Hosek am Donnerstag über das Thema Kinderbetreuung.

Goldmann: Qualität im Vordergrund

Der Bedarf an Betreuungseinrichtungen sei in den vergangenen Jahren größer geworden, weil Alleinerzieherinnen ihre Kinder irgendwo unterbringen müssen, so Goldmann. Sie gab zu bedenken, dass Unter-Dreijährige mehr Zuwendung brauchen und zweijährige Kinder in großen Gruppen noch überfordert sind: "Die Kindergärten dürften dabei aber keine Aufbewahrungsstätten werden, sondern sollen eine Ergänzung zur Familie sein. Es kann nicht um Quantität, sondern muss um Qualität gehen."

Rosenkranz: Wirtschaft will Barcelona-Ziel, nicht Frauen

Die Freiheitliche Rosenkranz sprach sich für die Ausdehnung des Kindergeldes auf drei Jahre aus, um die Lücke zwischen Karenzzeit und Kindergarten zu schließen. "Kinder sind die soziale Absicherung im Alter. Wir müssen darauf achten, dass der Lastenausgleich erfolgt", erklärte sie. Rosenkranz weigere sich jedoch, sich am Barcelona-Ziel zu orientieren, das mehr Betreuungsplätze für die Unter-Dreijährigen vorsieht, denn "das wurde nicht von Kindern oder Frauen erdacht, sondern von der Wirtschaft".

Pehofer sprach über die Bedürfnisse von Kindern: "Das Lernen des Kindes heißt Spielen. Sie brauchen aber auch Förderung, sonst klafft die Bildungsschere weit auseinander." Er sei aber klar gegen Lehrpläne im Kindergarten.

Heinisch-Hosek: Zuverdienstgrenze soll nicht komplett fallen

"Die Familiensituation im Jahr 2007 ist eine andere als vor hundert Jahren. Wir müssen Rahmenbedingungen schaffen, die diesen Familienformen gerecht werden", so Heinisch-Hosek. Während in Österreich neun verschiedene Landesgesetze die Kinderbetreuung regeln, würde es in Europa 150 unterschiedliche Modelle geben. Es sei notwendig, das jeweils beste für ein Bundesland umzusetzen, so die SPÖ-Frauensprecherin.

Heinisch-Hosek sprach sich gegen die komplette Streichung der Zuverdienstgrenze beim Kindergeld aus. In diesem Fall würden ihrer Meinung nach viele Männer das Kindergeld beziehen und trotzdem weiterarbeiten. Die Kinderbetreuung würde weiterhin den Frauen überlassen bleiben. (APA)