Fünf Monate nach der "größten Programmreform" in der Geschichte des ORF präsentiert sich das österreichische Fernsehen am Beginn der Herbst-Winter-Saison ziemlich reduziert.

Was im Trailer der großen Programmvorschau Donnerstagvormittag vor Journalisten so nicht zu sehen war: Die Reform ist endgültig abgesagt. Statt eines anstehenden Relaunch der Informationsmagazine wird viel gekocht. Statt des Umbaus von "Eco" kommt "Panda-TV". Statt einer Rundumerneuerung des "Report" tanzen und singen Nachwuchskünstler mit Alfons Haider Musicals.

Ob es klug war, dem Bitten und Betteln der Intelligenzia nach einer Wiederbelebung des "Club 2" nachzugeben, wird sich weisen. Die Diskussionen könnten spannend, aber eben auch stinkfad werden.

Aber warum soll es anders sein? Die Innovationen, die mit der Ära Wrabetz einsetzten, waren in Summe nicht sehr erfolgreich. Die Prügel, die der ORF-General für Marktanteilseinbrüche und zweifellos missglückte, nichts desto trotz mutige Versuche einstecken musste, haben ihre Wirkung nicht verloren. Wrabetz ist vorsichtiger geworden. Die Rösselsprünge seines Programmdirektors Wolfgang Lorenz hat er unterbunden.

Fünf Monate nach der "größten Programmreform" ist der ORF wieder zum Normalbetrieb zurückgekehrt. In der TV-Saison 2007/2008 geht man auf Nummer Sicher. Kochen, Tanzen und Michael Niavarani, der laut Presseunterlagen "österreichischen Antwort auf 'Sex and the City'". Das haben wir davon. (prie/DER STANDARD, Printausgabe, 21.9.2007)