Wien – Weil die Wogen wegen der vorzeitigen Ablöse des Asfinag-Managements hoch gingen, musste am Freitag die Asfinag-Aufsichtsratsspitze ausrücken. Rechtsanwalt Eduard Saxinger und sein Vize, Ex-Porr-Chef Horst Pöchhacker, versuchten denn auch wortreich, die "einvernehmliche Auflösung" der Vorstandsverträge mit Franz Lückler, Mathias Reichhold und Christian Trattner zu rechtfertigen. Dabei nahmen die beiden einige bemerkenswerte Klarstellungen vor (ohne Anspruch auf Vollständigkeit):

"Es hat niemand etwas angestellt, die haben korrekt gearbeitet", wie überhaupt die Asfinag "in den letzten Jahren toll gearbeitet" hat, betonte etwa Pöchhacker, der den Ausbau des hochrangigen Straßennetzes als "absolut sinnvoll und volkswirtschaftlich gerechtfertigt" bezeichnete. Konkreter wurde Saxinger: "Ich werfe dem alten Vorstand nicht vor, dass er schlecht war, aber wir können unsere Vorstellungen mit einem neuen Vorstand besser umsetzen." Auffassungsunterschiede über eine neue Organisationsstruktur für die mit mehr als neun Milliarden Euro hochverschuldete Asfinag und "einen gewissen Strukturkonservatismus hinsichtlich der Organisation" (Saxinger) kristallisierten sich im Laufe der eilig einberufenen Pressekonferenz am ehesten als Gründe für die "einvernehmliche Trennung" von dem Vorstandstrio heraus.

"Die Besten, nicht die Zweitbesten"

Dass dies einen gewissen Widerspruch zu den gravierenden Veränderungen darstellt, die in der Asfinag just von Lückler und Trattner (und dem bereits früher zwangs-verabschiedeten Walter Hecke, Anm.) vorgenommen wurden, bestritt Saxinger gar nicht. "Jetzt braucht es aber die besten Köpfe, nicht die zweitbesten." Zur Erinnerung: Die Asfinag hat nicht nur Alpenstraßen- und Österreichische Schnellstraßen AG (Asa und Ösag) übernommen, sondern auch die Werkverträge der Bundesländer und sie mit den Autobahnmeistereien in regionale Bau-, Betriebs- und Mauteinhebungsorganisation gegliedert. Das sollte laut früheren Angaben Bau- und Erhaltungskosten "deutlich reduzieren".

Dass die drei Vorstandsdirektoren weg mussten, weil sie die Ausschreibung weiterer gemischt-öffentlich-privat-finanzierter PPP-Projekte nach Vorbild der Nordautobahn oder die Verbesserung von Schnittstellen zwischen Bau- und Betriebstochter abgelehnt hätten, stellte Saxinger in Abrede. Wie er auch dementierte, dass der Abschied samt Fort-, Sonder- und Abfertigungszahlungen summa summarum 1,5 Millionen Euro kosten werde. Er könne den Betrag aus Datenschutzgründen aber nicht nennen, sagte der Anwalt.

Die grüne Verkehrssprecherin Gabriela Moser ermunterte Rechnungshofpräsident Josef Moser, die Asfinag rasch zu prüfen.

Die Länder zahlen übrigens doch mit, wenn der Bund kein Geld hat für Geister-Autobahnen: Das Burgenland finanziert für S7 und S31 elf Mio. Euro vor. (Luise Ungerboeck, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 22./23.9.2007)