Moskau - Siemens gibt eine Mehrheitsübernahme des russischen Energieanlagenbauers Silowyje Maschiny (Power Machines) nach Widerstand des Kartellamts zumindest vorerst auf. Das Unternehmen verzichte auf sein Vorkaufsrecht für das vom russischen Mischkonzern Interros gehaltene Aktienpaket von 30,4 Prozent an Power Machines, sagte ein Sprecher der Siemens-Sparte Power Generation am Montag und bestätigte damit einen entsprechenden Bericht der russischen Tageszeitung Wedomosti.

Siemens besitzt eine Sperrminorität von 25 Prozent plus eine Aktie an Power Machines und hätte mit dem Kauf des Interros-Pakets das Unternehmen mehrheitlich übernehmen können. Vor knapp zwei Wochen hatte jedoch das russische Kartellamt dieses Geschäft mit der Begründung untersagt, Siemens und Power Machines hätten auf dem dortigen Markt für Energieanlagen gemeinsam einen Anteil von etwa 50 Prozent. Russische Medien rechneten nach der Bekanntgabe der Kartellamtsentscheidung damit, dass nun einer der beiden russischen Oligarchen Oleg Deripaska oder Alexej Mordaschow Teile von Power Machines übernimmt. Neben Interros will sich auch der russische Stromversorger EES Rossii von seinem Anteil von 25 Prozent plus eine Aktie trennen. Knapp 20 Prozent der Aktien von Power Machines sind in Streubesitz.

Siemens hatte bereits mehrmals versucht, eine Mehrheit an Power Machines zu übernehmen, scheiterte aber am Widerstand der russischen Regierung. Die Zivil- und die Militärsparte bei Power Machines ließen sich kaum entflechten, so die Begründung der Regierung. Power Machines ist der führende Hersteller und Lieferant von Ausrüstungen für Wasser-, Wärme-, Gas- und Atomkraftwerke sowie für Stromübertragung und -verteilung. (dpa, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 25.09.2007)