Wien - Die Prämien für Bausparen und die staatlich geförderte Altersvorsorge "Zukunftsvorsorge" werden im kommenden Jahr steigen. Die Bausparprämie wird von 3,5 auf 4 Prozent erhöht, die Förderung für die Zukunftsvorsorge von 9,0 Prozent auf 9,5 Prozent. Die Bausparkassen sehen mehr Geschäft durch wieder stärkeres Sicherheitsdenken angesichts der US-Hypothekenkrise sowie der höheren Zinsen. Von einer "Renaissance" der Bausparens ist die Rede. Per Jahresbeginn steigen die Einlagenzinsen, die Kredite verteuern sich.

Der Stichtag bei der Festsetzung der Prämien, die an die aktuelle Zinsentwicklung gekoppelt sind, ist der 30. September. Experten gehen davon aus, dass sich bis dahin nichts mehr ändern werde und die Prämien gegenüber dem Vorjahr fix um 0,5 Prozentpunkte angehoben werden. Die staatliche Bausparprämie ist seit 1998 an den Marktzins gekoppelt und orientiert sich an der Sekundärmarktrendite (SMR) mit einem Beobachtungszeitraum von zwölf Monaten mit Stichtag 30. September. Formal wird die Bausparprämie stets mittels Verordnung des Finanzministeriums festgesetzt, dies muss jeweils bis spätestens Ende November für das Folgejahr erfolgen.

Der staatliche Zuschuss für die Zukunftsvorsorge setzt sich aus einem fixen Teil von 5,5 Prozent und einem variablen Teil zusammen, der wie die Bausparprämie an die Zinsentwicklung gekoppelt ist und jährlich neu festgelegt wird. Mit den 9,5 Prozent ist die staatliche Prämie nun wieder so hoch wie im Startjahr 2003. Die Bandbreite für die Prämie liegt beim Bausparen zwischen 3,0 und 8,0 Prozent, bei der Zukunftsvorsorge zwischen 8,5 und 13,5 Prozent. Jährlich angepasst wird bei der Zukunftsvorsorge auch die Förder-Obergrenze: Der maximal geförderte Einzahlungsbetrag wird auf Basis der Höchstbeitragsgrundlage im Allgemeinen Sozialversicherungsgesetz (ASVG) errechnet. Für 2007 waren es 3.840 Euro. Beim Bausparen werden maximal 1.000 Euro pro Jahr gefördert, die vier in Österreich tätigen Bausparkassen fordern wie berichtet eine Anhebung.

Auswirkung auf Bauspareinlagen und -kredite

Auswirken werden sich die höheren Zinsen auch auf die Bauspareinlagen und -kredite. Die s Bausparkasse wird die Zinsen für variable Sparverträge per Jahresbeginn von 2,7 auf 3,3 Prozent erhöhen, sagte Generaldirektor Josef Schmidinger zur APA. Die Kreditzinsen im variablen Bereich werden von derzeit 4,9 auf voraussichtlich 5,4 oder 5,5 Prozent steigen.

Bei der Raiffeisen Bausparkasse werden die Einlagen im kommenden Jahr mit "deutlich über 3 Prozent" verzinst werden, so Generaldirektor Erich Rainbacher. Die Zwischendarlehen seien seit September fix auf 18 Monate mit 3,2 (zuvor: 2,9) Prozent verzinst. Der Nominalzinssatz für zuteilungsreife Bauspardarlehen liege bei 4 (3,5) Prozent. Derzeit seien keine weiteren Erhöhungen geplant. Die Zinsobergrenze für Bausparkredite liegt bei 6 Prozent. Rainbacher erwartet für sein Haus aber nicht, dass man diese angesichts der zu erwartenden Zinsentwicklung erreichen werde.

Abhängig von der Zinsentwicklung

Die Bausparkasse Wüstenrot wird ihre Einlagenzinsen für variable Produkte auf voraussichtlich 3,6 bis 3,8 Prozent erhöhen - abhängig von der Zinsentwicklung bis November, heißt es aus dem Unternehmen zur APA. Bei den Darlehen beginne "die gute alte Bausparzeit": Die 6-Prozent-Deckelung werde wirksam, in der zugeteilten Phase würde der Zinssatz sonst bei 6,2 bis 6,3 Prozent liegen. Die Zwischenfinanzierung (zuzüglich Kapitalbeschaffungskosten) liege bei 2,95 Prozent.

Bei der ABV (Allgemeine Bausparkasse) werden für einen Teil der Einlagen bereits sei Juli 4,0 Prozent Zinsen gezahlt, dieser Satz werde sich im kommenden Jahr nicht erhöhen, bei anderen Verträgen könnten die Zinsen auf 3,75 Prozent steigen, heißt es aus der Bausparkasse zur APA. Die Ausleihungszinsen liegen derzeit zwischen 5,25 Prozent (für Kunden bester Bonität) und 5,75 Prozent, im kommenden Jahr werde die beste Kondition auf 5,75 Prozent steigen, für die anderen werde die 6-Prozent-Grenze wirksam. Die Ausleihungen bei der ABV wuchsen heuer bisher um rund 5 Prozent, die Einlagen waren stabil. (APA)