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Meine Betreuerin spielte im bisherigen Schreibprozess nur eine kleine Rolle, dennoch denke ich öfters an sie.

Foto: Noble/Corbis

Mickey-Mäuse, Lebensabschnittspartner und Schreibtrainerinnen. Hätte mich meine Kollegin nicht darauf aufmerksam gemacht wäre mir selbst nie aufgefallen, dass ich eine zentrale Person meines Magisterstudiums bisher nie erwähnt habe: meine Magisterarbeitsbetreuerin.

Bei mir liegt das nicht daran, dass ich schlecht betreut werde. Vielmehr ist es mir unangenehm, meine Betreuerin mit Fragen zu nerven. Immerhin habe ich sie in diesem Jahr bereits öfter gesehen als meine Eltern. Dass ich nicht am Studienort wohne und die außerordentliche Professorin beruflich gerne international unterwegs ist, fördert mein Verhältnis zu ihr aber nicht unbedingt.

Die Angst davor, die Betreuerin oder den Betreuer zu kontaktieren, teile ich mit einigen Bekannten, die sich einfach vor der Diplomarbeit drücken. Ich drücke mich jedoch nicht davor. Eher habe ich Angst davor, dass sie meine Arbeit vernichtet und sagt, ich solle noch mal von vorne anfangen? Bin ich denn allein mit dieser Angst?!

Wahrscheinlich schon. Denn bevor man sich vor der Kritik der Betreuerin fürchten kann, muss man erst eine finden. Und das ist in Massenfächern eher ein Glücksspiel.

In der universitären Realität werden Abschlussarbeiten meiner Erfahrung nach sowieso nicht von den Professoren, sondern ihren Assistentinnen und Assistenten (nicht viel älter als die Diplomanden) betreut. Eine Kollegin aus dem Diplomarbeitsschreibworkshop durfte sich unlängst über ein Betreuungsangebot freuen. Ein Freund aus Berlin, der gerade eine BWL-Magisterarbeit betreut, ist in seiner Rolle schon etwas abgeklärter: "Ich fühl’ mich, als würd ich ihm die Diplomarbeit schreiben." (Elisabeth Oberndorfer/derStandard.at, 25. September 2007)