Mailand/Wien - Die ums Überleben kämpfende Alitalia will am Wochenende die Short-List ihrer potenziellen Käufer präsentieren. Dazu zählt zweifellos die französisch-niederländische Fluggruppe Air France KLM. Der Präsident der Alitalia, Maurizio Prato, hat am Dienstag wegen der katastrophalen Lage der Airline Alarm geschlagen. "Alitalia ist ein Patient, der im Koma liegt. Ein Unternehmen in diesem Zustand ist nicht mehr in der Lage, autonome Beschlüsse oder Überlebensmaßnahmen zu ergreifen", sagte Prato (siehe Artikel ).

La Stampa berichtete, das Air France/KLM bereits einen Vorvertrag aufgesetzt. Die Regierung will ihren Anteil von 49,9 Prozent verkaufen. Alitalia und Air France verhandeln demnach schon seit dem Scheitern der vom Staat ausgeschriebenen Auktion über eine Fusion. Angeblich soll diese über einen Aktientausch und nicht gegen Bargeld stattfinden. Air France hält bereits zwei Prozent an Alitalia.

Im Gegensatz zu Air France plane die russische Aeroflot bis zu einer Mrd. Dollar bar in Alitalia zu investieren. Lew Koschljakow, Vize-Generaldirektor der Aeroflot, hatte am Montag offiziell bestätigt, an der angeschlagenen Fluggesellschaft interessiert zu sein. Ein Tag später dementierte der Russe das Interesse wieder. Aeroflot hatte bereits im Sommer ihr Angebot kurz vor Ende des Bieterverfahrens zurückgezogen. Im Rennen bleibt auch Italiens zweitgrößte Fluggesellschaft Air One. Diese war als letzte aus dem staatlichen Bieterverfahren ausgeschieden, wäre aber bei einer Lockerung der Konditionen weiter interessiert.

Neue AUA-Struktur

In Wien tagte indessen der "Strukturausschuss" der Austrian Airlines, um vor der Aufsichtsratssitzung am Mittwoch die Vorschläge des dänisch-schwedischen Beraters Directure zu diskutieren. Dieser soll bei der Entscheidung helfen, ob künftig zwei, drei oder gar vier Vorstände den österreichischen Carrier leiten sollen. Marketingchef Josef Burger ist kürzlich wie berichtet abgesprungen, der Verbleib von Finanzchef Thomas Kleibl ist offen. (tkb, cr, red, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 26.9.2007)