Das aktuelle "profil"-Cover mit der Gesundheitsgeschichte "Burger gegen Burenwurst".

Foto: derStandard.at/Bürger
"profil"-Herausgeber Christian Rainer und Erich Schillinger, Art Direktor des Magazins, referierten am Mittwoch im Zuge der Medienmesse über das Thema "Was macht ein gutes Cover aus?". Auf Anfrage von etat.at erläutert Rainer schon vorab sein Erfolgsrezept: "Spannung ohne abstoßende Wirkung" müsse das Deckblatt transportieren. Wichtige Kriterien manifestierten sich zudem in der "schnellen Verständlichkeit des Textes und der Visualisierung" sowie in der "Ästhetik". Im hart umkämpften Magazinsektor sei es entscheidend, sich so von anderen Produkten abzuheben.

Themenvielfalt am Cover

Dass "profil" in den letzten Monaten verstärkt mit Gesundheitsgeschichten aufmacht, bestreitet Rainer. So was könnten nur "junge- oder keine regelmäßigen 'profil'-Leser" behaupten, denn: "Wir setzen seit vielen Jahren auf eine ähnliche Abmischung. Wissenschaft- und Zeitgeschichtecover spielen da neben politischen Themen eine wichtige Rolle." Das breite Themenspektrum werde goutiert: "Das Interesse der Leser geht bei allen seriösen Printmedien - und besonders bei Magazinen - klar in diese Richtung." Schließlich gäbe es zum Beispiel auch beim deutschen "Spiegel" eine "nicht unähnliche Abmischung". "Und das hängt nicht mit den täglichen Telefongesprächen mit Herrn Aust zusammen", so Rainer.

Eigene Fotosessions bei einem Drittel

Da dem Cover eine eminent wichtige Bedeutung zukommt, gibt es laut Rainers "grober Schätzung" für ein Drittel der Titelgeschichten spezielle Fotoshootings. Der Rest bestehe aus Agenturfotos und eigenem – bereits vorhandenem – Bildmaterial. Zum "Cover-Findungsprozess" meint der 46-Jährige: "Bei der Heftplanung am Montag kristallisiert sich meist aus zwei bis drei möglichen Themen eines heraus. Zwei von drei dieser am Montag festgelegten Coverthemen bleiben im Endeffekt auch Titel." Die Produktion selbst laufe "eher evolutionär" ab: "Regelmäßige Gespräche mit Artdirektoren und Autoren während der Woche – und dann bastelt man eben am Freitag am Schirm so lange, bis das Werk gut ist." Danach kämen noch "Cover-Proofs", die "meist noch mehrfach überarbeitet" werden.

Sein persönliches Lieblings-Cover im Rahmen seiner "profil"-Ägide möchte Rainer nicht verraten. Nur so viel: "Das war eines zu Beginn der Ära von schwarz-blau", so der Herausgeber und Chefredakteur, der seit 1998 in diesen Funktionen beim Nachrichtenmagazin fungiert. (Oliver Mark)