Wien – Nächsten Montag stellt die Bawag ihre neue Werbelinie und Strategie vor, seit dieser Woche hat sie, ausgerechnet in ihrem Stammgeschäft, neue Konkurrenz. Erste Bank und Wiener Städtische haben sich, wie berichtet, in einer Gesellschaft (Finanzpartner GmbH) zusammengetan, von der aus sie das Geschäft mit Betriebsräten betreiben.

Nach außen hin lässt das die Ex-Gewerkschaftsbank, die laut Kooperationsvertrag auch weiterhin Hausbank des ÖGB bleibt, kalt. Konkurrenz habe es im Bereich "Betriebsservice" immer gegeben, "uns ist nicht bang, wir sind das Original", lässt man aus der betreffenden Abteilung ausrichten. Intern ist der Ärger über die Konkurrenz aber wesentlich größer – zumal sie aus dem eigenen Haus kommt.

Einer der drei Chefs der Finanzpartner GmbH ist Hanspeter Nimmerrichter – und er hat bis zum Sommer die Abteilung mobiler Vertrieb in der Bawag geleitet, war Vizechef des Betriebsservice. Bis zu seinem Ausscheiden aus der Bawag hat er auch an entsprechenden Vertriebsprojekten mit Cerberus gearbeitet, sein Ausscheiden aus der Bawag erfolgte "nicht im Frieden", wie Nimmerrichter bestätigt.

Dicke Luft aber auch auf der anderen Seite: Die Städtische ist schlecht auf die Bawag zu sprechen, die als Versicherungspartner (und Miniaktionär) die Generali an Bord hat. Generali wiederum hat den Vertriebsexperten Franz Meingast in ihren Vorstand geholt – und zwar aus der Städtischen. (gra, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 27.09.2007)