Wenn sich hochsommerliche Lebenszugewandtheit langsam in Richtung herbstliche Einkehr neigt, bekommen Geschichten wieder höheren Stellenwert. Vor allem Geschichten, die möglichst nichts mit dem Hier und Jetzt zu tun haben.

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Das kommende Wochenende unterstützt solche Anwandlungen mit epenhaften Filmbrocken, die früh dunkle Abende mit kurzem Wegträumen in wenig anstrengende Allgemeinmythen zu füllen vermögen.

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Freitag lohnt es sich etwa auf den Sieg des Guten im letzten Teil des "Herr der Ringe"-Monumentalwahnsinns zu setzen. Der Lohn sind bunt-fröhliche bis pittouresk-böse Produkte moderner Rechnerleistung. Zudem befriedigt das Werk nach schwerer Arbeitswoche das aufgestaute Verlangen nach Hobbits und Elfen. Vielleicht lässt der Film im Kampf gegen das Böse sogar die vergangene Woche in Grundzügen Revue passieren.

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Die noch buntere Alternative findet mit "House of the Flying Daggers" auf Pro7 statt (im Bild Zhang Ziyi und Regisseur Zhang Yimou bei den Dreharbeiten). Wenn sich das chinesische Mittelalter in opernhaft perfektionistischen wie statischen Bildern über die Themenkreise Liebe und Tod stülpt, dürfen eigene Befindlichkeiten in fliegende Messer und blinkende Schwerter umgesetzt gesehen werden.

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Am Sonntag kann mit "King Arthur" auf ORF 1 und Pro 7 der Herbstbeginn vollständig überwunden werden. Im Versuch, die Legende im realistischeren Setting des zerfallenen Römischen Reiches anzusetzen, muss das Heroenspiel als wochenendbeschließende Rückkehr in die richtige Welt herhalten. (pum/DER STANDARD, Printausgabe, 28.9.2007)

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