Mich erinnert die Situation an die "People's Power"-Bewegung gegen Marcos 1986 und die Schlüsselrolle katholischer Kirchenführer dabei. Es ist ein großer Unterschied für einen Soldaten, einen Zivilisten zu töten, oder in einem streng religiösen Land einen Mönch oder eine Nonne. (BangkokPundit)

Ein Hauptgrund, warum diese Bilder mit demonstrierenden Menschen mir bekannt vorkommen, ist die Tatsache, dass Burma, wie zur Zeit der Aufstände auf den Philippinen und in Indonesien, einen unglaublich starken und marktbeherrschenden Bevölkerungsanteil chinesischer Herkunft hat.

Es ist in den Philippinen wohlbekannt, damals wie heute, dass die chinesische Minderheit, trotz ihrer zahlenmäßigen Geringfügigkeit, den Großteil der Wirtschaft beherrschte, sowohl den Groß- als auch den Einzelhandel. Ihre Wirtschaftsmacht wurde durch die Busenfreundschaft mit der Diktatur Marcos' garantiert, welche eine bequeme symbiotische Beziehung ermöglichte. Die Revolution der prodemokratischen People Power Revolution zeigte eine interessante antichinesische Färbung.

Desgleichen in Indonesien. Durch Korruptionsgeschäfte mit der chinesischen Bevölkerung bereicherte sich General Suharto um mehr als eine Milliarde Dollar. Wen wundert es also, dass Suharto im Chaos der Massenproteste 1998 zum Rücktritt gezwungen, dass tausende Chinesen niedergemetzelt und ihre Wohnungen und Geschäfte geplündert wurden. Im Anschluss fanden massive Verstaatlichungen statt im Name der "einheimischen Bevölkerung", und da sich die Betriebe hauptsächlich in chinesischer Hand befunden hatten, führte das zu einer Kapitalflucht von über 40 Milliarden Dollar, von der sich Indonesien immer noch nicht erholt hat.

Die Situation in Burma ist ähnlich. General Ne Win unterstützte anfangs antichinesische Politik; aber nach der Niederwerfung prodemokratischer Proteste und dem anschließenden Putsch fand die Junta ein sehr bequemes Arrangement mit der chinesischen Minderheit. Sie handelt mit Rohstoffen, illegalen Drogen und betreibt Menschenhandel. Dafür unterstützt sie die Militärjunta, von der die chinesische Autokratie in höchstem Maße profitiert.

Das heißt jedoch nicht, dass Wandel nicht möglich wäre. Wenn die prodemokratische Opposition dem Militär versichern kann, dass man es nicht verfolgen und den Reichtum der Chinesen nicht konfiszieren wird, dann sollte ein fließender Übergang zu größerer wirtschaftlicher Liberalisierung, der wirtschaftliche Aufschwung der Bevölkerung und die Aufhebung internationaler Sanktionen möglich sein. (PubliusPundit)

Die Vergleiche zwischen Burma 2007 und den Philippinen 1986 ignorieren einen wichtigen Punkt: 1986 erkannte die Reagan-Regierung und insbesondere Paul Wolfowitz, dass der rapide Niedergang der Sowjetunion sie von der geopolitischen Notwendigkeit, Marcos zu stützen, befreite. (panjamedia) (Übersetzung: Esther Hecht/DER STANDARD, Printausgabe, 28.9.2007)