Rom - Der Vatikan hat am Donnerstag Sex-Tourismus als "unerträglichen Skandal" bezeichnet. Zum heutigen Welttag des Tourismus veröffentlichte der päpstliche Migrantenrat eine Botschaft mit dem Titel "Der Tourismus, offene Tür für die Frauen". Darin wird Sex-Tourismus als "Demütigung für die Frauen" bezeichnet, die de facto als Sklavinnen behandelt werden.

"Man muss alles notwendige unternehmen, damit der Tourismus nicht derart entartet, sondern immer mehr zur Gelegenheit für einen fruchtbaren Dialog zwischen verschiedenen Zivilisationen wird, die sich gegenseitig bereichern können", sagte der vatikanische Staatssekretàr Tarcisio Bertone in seiner Botschaft.

"Einklang"

Der Vatikan begrüßte die Arbeitskraft von Frauen im Fremdenverkehr. "Der Tourismus steht im Einklang mit den psychologischen Charakteristiken der Frau, mit ihrem organisatorischen Talent und ihrer Kontaktfreudigkeit. Die Sensibilität und das weibliche Anpassungsvermögen finden in diesem Sektor zahlreiche Möglichkeiten, sich kompetent zu zeigen und von den einfachsten Arbeiten zu Ebenen höchster Verantwortung emporzusteigen", hieß es.

"Gleiche Arbeit - gleicher Lohn"

"Was den Beruf angeht, so ist die weibliche Qualifikation, obwohl die Verantwortlichen im Arbeitsbereich zu 30 Prozent Frauen sind, doch immer noch gering, was sich klar auf den Lohn auswirkt, der für die Frauen leider immer noch nach unten tendiert. Das vorgezeichnete Ziel: gleiche Arbeit - gleicher Lohn, ist leider noch weit entfernt", hieß es im Dokument.

"Um eine wahre Gleichstellung der Rechte zu erlangen und folglich eine Gleichheit was Arbeit, Lohn, religiöse Freiheit angeht, so ist noch viel zu tun. Jedenfalls aber wirkt die Frau dank ihres Einsatzes im Tourismus darauf hin, diese Ungleichheiten zu überwinden und mit dem Mann zusammen gleiche Verantwortung zu teilen, wie es im Bild des Schöpfers in der Genesis gewollt ist", so im Dokument. (APA)