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Foto: AP/Meyer
Wien - Nach eine Reihe anonymer Anzeigen im Sommer gegen den niederösterreichischen Glücksspielkonzern Novomatic folgt jetzt eine Klagewelle gegen die Casinos Austria und die Lotterien. Mit 11. September gingen bei sieben Staatsanwaltschaften in Österreich ebenfalls anonyme, sehr ausführliche Strafanzeigen gegen die Lotterien, die Casinos und deren Tochter Entertainment Glücks- und Unterhaltungsspiel GesmbH ein, berichtet der "Kurier" (Freitag-Ausgabe).

Konkret geht es um die Videolotterie winwin, die derzeit an zehn Standorten in Österreich über 50 Terminals Online-Gaming anbietet. Der Vorwurf: Es handle sich nicht um ein Glücksspiel über elektronische Medien laut § 12 Glücksspielgesetz, da der Spielvertrag durch Abbuchung des Spieleinsatzes mittels einer Software abgeschlossen werde, die sich auf dem Gerät direkt befinde. Somit ergebe sich der Verdacht, dass winwin "vorsätzlich und gewerbsmäßig" gegen das Glücksspielgesetz verstoße. "Wir prüfen, rechtlich und von der Beweislage her", heißt es dazu aus der Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt.

Casinos und Lotterien weisen den Verdacht zurück: "Alles, was wir betreiben, ist ausnahmslos von der Aufsichtsbehörde im Finanzministerium geprüft und wir halten uns penibel an diese Vorgaben. Solche Vorwürfe sind völlig haltlos", kontert Unternehmenssprecher Martin Himmelbauer. Die Terminals seien sehr wohl zentral gesteuert und nicht eigenständig. (APA)