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Voest-Generaldirektor Eder entwarnte vor der "Entindustrialiserung" Europas.

Foto:Reuters/Neubauer
Linz – Rund tausend neue Arbeitsplätze soll der nun amtlich genehmigte Ausbau der Voestalpine am Standort Linz bringen. Abgesehen von den neuen Jobs im Unternehmen selbst ist auch mit Impulsen für die externen Zuliefer- und Partnerbetriebe zu rechnen. Durch die Unterschrift von Umwelt-Landesrat Rudi Anschober auf dem positiven Bescheid für die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP-2) des Stahl- und Verarbeitungskonzerns steht dem Investitionspaket „L6“ nichts mehr im Weg. L6 ist das Nachfolgeprojekt von „Linz 2010“ und soll die Kapazitäten in der Rohstahlerzeugung von derzeit 5,1 auf rund sechs Millionen Tonnen ermöglichen.

Allein, in der zur Gänze genehmigten ersten Projektstufe wird der Konzern am Standort Linz rund 700 Mio. Euro investieren. Für den zweiten Teil liegt bereits eine grundsätzliche Genehmigung der Projekte zur Steigerung auf 6,5 Mio. Tonnen vor. Dieser soll in den Jahren 2013 bis 2017 realisiert werden. Das Vorhaben besteht aus 68 Detailprojekten, wobei fast jedes für sich einer Umweltverträglichkeitsprüfung zu unterziehen gewesen wäre. Es mussten daher für einen überwiegenden Teil dieser Projekte die Prüfungen in einem Verfahren durchgeführt werden. Neben der Erweiterung der Produktions- und Veredelungskapazitäten geht es auch um die weitere Verbesserung der Produktqualität und die technologische Weiterentwicklung der Anlagen. Das Investitionsprogramm beinhaltet weiters eine Reihe umweltrelevanter Projekte, welche die auferlegte Emissionsneutralität trotz deutlicher Produktionssteigerung sicherstellt, wobei laut Voest teilweise über den Stand der Technik hinausgehend investiert wird. Eineinhalb Jahre lang hat das Unternehmen auf diese Genehmigung hingearbeitet, und trotz der Erfahrungen aus der UVP-1 war der Druck auf die Voestler sehr hoch. Vor Abschluss der Verhandlungen gab es auch einen Wechsel in der Umweltanwaltschaft.

„Entindustrialisierung“

Worauf die Voest noch wartet:_Die Entscheidung aus Brüssel über die CO2-Emissionsrechte. Von ihr hängt ab, „ob wir weiter zu konkurrenzfähigen Bedingungen produzieren können“. Eder warnte vor der „schleichenden Entindustrialisierung“ in Europa und dem negativen Umwelteffekt durch die Abwanderung von Betrieben in Länder mit geringeren Auflagen. (duba, DER STANDARD Printausgabe 02.10.2007)