Wien - Experten der Wirtschaft und der Forschungsförderung zeigten sich bei einer Pressekonferenz am Dienstag in Wien einig: Österreich hat in Sachen Forschung in den vergangenen Jahren aufgeholt. Manfred Engelmann von der Wirtschaftskammer (WKÖ) gab sich auch zuversichtlich, dass die angepeilte Forschungsquote von drei Prozent bis zum Jahr 2010 erreicht werden kann.

Allerdings dürfen die Anstrengungen nicht nachlassen, ganz im Gegenteil. Um die drei Prozent bis 2010 zu erreichen, müsste die Bundesregierung ihre Ausgaben für Forschung und Entwicklung um jährliche mindestens zehn Prozent steigern, so Engelmann.

Forschungs-Investitionen in zehn Jahren verdoppelt

Laut dem Experten werden 2007 6,83 Milliarden Euro in Forschung und Entwicklung investiert, was einer Quote von 2,54 Prozent (gemessen am Buttoinlandsprodukt - BIP) entspricht. Zum Vergleich, die Ausgaben lagen vor zehn Jahren noch bei 3,4 Milliarden. Im Zeitraum von 1998 bis 2007 lag das durchschnittliche jährliche Wachstum des heimischen BIP bei 3,8 Prozent, das der Forschungsausgaben bei 8,1 Prozent.

Dabei stieg von 1998 bis 2007 die Finanzierung von Forschung und Entwicklung nach Aussagen von Engelmann durch die öffentliche Hand um 7,7 Prozent und durch die Unternehmen um durchschnittlich 9,4 Prozent pro Jahr. Mehr als 62 Prozent der Forschungsausgaben - einschließlich der aus dem Ausland finanzierten Forschung - stammten aus dem Unternehmenssektor und davon 70 Prozent aus der Industrie.

Klarere gesetzliche Vorgaben wünscht sich Herwig Schneider vom Industriewissenschaftlichen Institut (IWI) vor allem für die indirekte Forschungsförderung, also die steuerlichen Forschungsanreize. Während große Betriebe eigene Spezialisten dafür anstellen könnten, sei es vor allem für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) oft schwierig, sich durch die komplizierte Materie zu kämpfen. Eine Straffung der Gesetzestexte und eine Vereinheitlichung der der Steuersätze - mit einer Anpassung nach oben - hätten laut Schneider große Effekte, "ohne viel Geld zu kosten", so der Ökonom. (APA)