Wien - FPÖ-Familiensprecherin Barbara Rosenkranz hat das Perspektivenpapier der ÖVP in Sachen Familiensplitting im Steuerrecht begrüßt, wenn ihr auch "der Glaube fehlt", dass das auch umgesetzt wird. Sie kündigte am Mittwoch in einer Pressekonferenz eine "Nagelprobe" für die nächste Nationalratssitzung an.

Mütter länger zu Hause ein Vorteil

Familiensplitting brächte, meinte Rosenkranz, "endlich Gerechtigkeit" für Eltern - seien Kinder doch der größte Armutsfaktor. Selbstverständlich sei es "relevant, auf wie viele Köpfe ein Einkommen aufgeteilt wird". Auch der Kritik, Familiensplitting würde AlleinverdienerInnen bevorzugen, trat Rosenkranz mit Rechenbeispielen entgegen. Und die Sorge, dass Familiensplitting die Frauen-Erwerbsquote verringern würde, ist für Rosenkranz keine: Wenn sich Frauen dadurch entscheiden, länger zu Hause bei den Kindern zu bleiben, "ist das ein Vorteil und nicht ein Problem".

Heinisch-Hosek: Auf Frauen mit eigenständigem Einkommen vergessen

SPÖ-Frauensprecherin Gabriele Heinisch-Hosek wiederum konstatiert der ÖVP ein "noch immer total antiquiertes und festgefahrenes Frauen- und Familienbild". Die ÖVP wolle nur eine einzige Familienform fördern - den gut verdienenden alleinverdienenden Mann mit Ehegattin, die sich zu Hause um die Kinder kümmert, so Heinisch-Hosek am Mittwoch in einer Aussendung.

Die ÖVP vergesse ständig auf die Frauen, die ein eigenständiges Einkommen wollen und brauchen, von dem sie auch im Alter leben können. Zudem widerspreche das ÖVP-Modell auch dem Regierungsübereinkommen, wo festgehalten wurde, dass die Frauenerwerbsquote um drei Prozent erhöht werde. Mit dem Familiensplitting kommt es ganz sicher zu einer Senkung, erklärte die SPÖ-Frauensprecherin.

Ganz zu schweigen von den Kosten, die so ein Familiensplitting verursache, brauchen Frauen und Familien zur Entlastung in erster Linie Kinderbetreuungsplätze, so Heinisch-Hosek abschließend. (APA)