Posieren vor der Pink Bim: Einige der UnterstützerInnen der Inititative(n) für Brustgesundheit in Wien
Foto: Privatstiftung für Brustgesundheit
Wien - Die Bedeutung der Früherkennung bei der Behandlung von Brustkrebs unterstrich anlässlich der seit 1. Oktober in Wien stattfindenden Brustgesundheitswochen bei einer Pressekonferenz der Privatstiftung für Brustgesundheit am Dienstag ein hochkarätiges Podium: Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely, die UniversitätsprofessorInnen Theresa Wagner, Ernst Kubista und Beate Wimmer-Puchinger sowie Ingrid Schnabl.

Augenmerk auf Migrantinnen

Wehsely nutzte die Gelegenheit, um eine erste, viel versprechende Zwischenbilanz über das Pilotprojekt "Ich schau auf mich" zu ziehen. Ziel des Projekts ist es, im 15., 16. und 17. Bezirk - Bezirken mit niedrigem Einkommensniveau und einem hohen Anteil an Migrantinnen - die Vorsorge zu verbessern. So werden nicht nur persönliche Briefe an die Frauen in deren Muttersprache versandt, sondern auch die Befundbesprechungen finden in der Muttersprache statt. Außerdem werden kostenlos Mammografien durchgeführt und eine mehrsprachige Hotline wurde eingerichtet.

Direkte Auflärung an die Frau bringen

Theresa Wagner machte die Anliegen der Privatstiftung für Brustgesundheit deutlich: "Wir wollen die Frauen direkt ansprechen und mittels Aufklärung über Früherkennung und Lifestyle-Änderungen Leben retten." Die Stiftung wird ausschließlich von ehrenamtlichen Mitgliedern betreut, sodass das gespendete Geld auch tatsächlich den Betroffenen zu Gute kommt.

Die Wichtigkeit der richtigen und frühen Diagnose unterstrich die Frauengesundheitsbeauftragte der Stadt Beate Wimmer-Puchinger. Vor allem aber wies sie aber auch auf die nicht ausschließlich medizinischen Implikationen hin. "Betroffene Frauen dürfen nicht alleine gelassen werden, sie benötigen psychologische Betreuung. Es ist mir ein Anliegen um für diese Frauen ein Sicherheitsnetz zu bauen", so Wimmer-Puchinger.

B/rü/este Freundinnen

Eine ähnliche Meinung vertritt auch Ingrid Schnabel von Europa Donna, dem Europäischen Netzwerk gegen Brustkrebs, die unter anderem die Idee des "breastfriends" (mehr dazu hier) aus dem amerikanischen Raum übernommen hat. Die Idee beruht darauf, dass die Patientinnen jemanden haben, die/der sie im Alltag unterstützt und beispielsweise bei den Arztbesuchen dabei ist.

Männer mit einbeziehen

Ernst Kubista unterstrich überdies, dass Brustkrebs nicht nur ein Frauenthema sei, sondern die ganze Familie betreffe, auch die Männer. Diese müssen ihre Frauen nicht nur emotional unterstützen, sondern sich auch aktiv mit dem Thema auseinandersetzen.

Auch die Wiener Linien und die Wiener Städtische machen beim Brustgesundheitsmonat mit: Einen Monat lang wird eine "Pink Bim" (siehe Foto) durch die Stadt fahren und die Aufmerksamkeit der WienerInnen auf das wichtige Thema Brustkrebsvorsorge lenken. (red)