Für einen möglichen Ausstieg aus der gemeinsamen Netzausrüsterfirma Nokia Siemens Networks (NSN) braucht Siemens bis 2013 die Zustimmung seines finnischen Partners. Der Vertrag könne vorzeitig nur im gegenseitigem Einvernehmen gelöst werden, sagten mehrere mit der Vereinbarung vertraute Personen am Donnerstag.

Sechs Jahre

Nokia-Finanzchef Rick Simonson hatte im Sommer gesagt, dass sich der NSN-Vertrag mit Siemens über sechs Jahre erstreckt. Die Frist dafür habe mit dem Start des Joint Ventures am 1. April 2007 begonnen, hieß es aus den Kreisen. Siemens wollte sich mit Verweis auf die Vertraulichkeit der Verträge nicht zu den Angaben äußern.

Schneller Rückzug

In Gewerkschaftskreisen wird damit gerechnet, dass sich Siemens-Chef Peter Löscher zügig von dem Anteil an NSN trennen und das zuletzt verlustträchtige Gemeinschaftsunternehmen den Finnen überlassen wird. Löscher, der seit Juli im Amt ist, hatte wie sein Vorgänger Klaus Kleinfeld angekündigt, Siemens auf Industrie, Energie, Infrastruktur und Medizintechnik zu konzentrieren.

Neuer Finanzvorstand

Löscher hatte sich zu Beginn der Woche nach nur drei Monaten aus dem NSN-Aufsichtsrat zurückgezogen und den Posten seinem Vorstandskollegen Rudi Lamprecht überlassen. Am Donnerstag bestellte NSN zudem Eric Simonsen dauerhaft zum neuen Finanzvorstand, nachdem der von Siemens entsandte Peter Schönhofer nach nur zwei Monaten das Amt im Juni überraschend aufgegeben hatte.

Analysten hatte vor gut einem Jahr den Wert von NSN mit 20 bis 25 Mrd. Euro veranschlagt. Demnach wäre Siemens' Anteil etwa zehn bis zwölf Mrd. Euro wert - eine Summe, die Löscher gut für den Ausbau seiner erklärten Kerngeschäftsfelder gebrauchen könnte. Allerdings gibt es für den Anteil mit Nokia nur einen potenziellen Käufer, was den Preis für den Anteil an der zuletzt krisengeschüttelten NSN drücken dürfte.(APA/Reuters)