New York - Wer wenig Schlaf bekommt, muss auf längere Sicht mit schweren gesundheitlichen Problemen rechnen, zumindest belastet es die Gesundheit stärker als bisher bekannt war. So fand eine britische Untersuchung heraus, dass das langfristige Sterblichkeitsrisiko um das 1,7-Fache steigt, wenn man täglich statt sieben Stunden weniger als fünf Stunden schläft. Die Wahrscheinlichkeit, an Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu sterben, steigt sogar um mehr als das Doppelte, wie die Forscher in der Zeitschrift "Sleep" berichten.

Die Wissenschafter aus Warwick und London werteten in der Studie die Daten von mehr als 10.000 Angestellten im öffentlichen Dienst aus. Diese hatten Mitte der 1980er Jahre und Anfang der 1990er Jahre Angaben unter anderem zu ihrem täglichen Schlafpensum gemacht. Die Schlaflänge glichen die Forscher dann mit den Todesfällen bis zum Jahr 2004 ab, wobei sie auch andere Einflussfaktoren wie Alter, Geschlecht, Beruf, Bewegung, Blutdruck oder Alkohol- und Tabakkonsum berücksichtigten.

Keine Erklärung

Frühere Studien hatten bereits gezeigt, dass zu wenig Schlaf das Risiko für Übergewicht, Bluthochdruck oder Diabetes steigert. Allerdings erhöhte in der britischen Untersuchung auch eine lange Schlafdauer von über acht Stunden die Sterblichkeit. Die Forscher haben für dieses Phänomen keine Erklärung. Es sei aber möglich, dass bei diesen Menschen Depressionen, Arbeitslosigkeit oder etwa eine erhöhte Müdigkeit infolge von Krebserkrankungen eine Rolle spielten, vermuten sie. (APA)