Rom/Genf - Schon seit Juni steigen die Preise für Weizen deutlich an, im September haben sie einen historischen Höchststand erreicht. Die Kosten für Brot und andere Grundnahrungsmittel in importierenden Entwicklungsländern sind dadurch ebenfalls in die Höhe geschnellt, heißt es in einem am Freitag veröffentlichten Bericht der Welternährungsorganisation (FAO). In einigen Regionen sei es deswegen bereits zu Unruhen gekommen.

Vor allem so genannte Niedrigeinkommensländer mit Nahrungsmitteldefiziten müssen nach Schätzungen der FAO das zweite Jahr in Folge erheblich mehr für für Weizenimporte bezahlen. Die Behörde geht von 28 Mrd. Dollar (19,8 Mrd. Euro) für 2007/2008 aus, das sind fast 14 Prozent mehr als im vergangenen Jahr. Insgesamt werden Entwicklungsländer dem Bericht zufolge vermutlich die Rekordsumme von 52 Mrd. Dollar (36,8 Mrd. Euro) für Getreideimporte aufwenden müssen.

Die hohen Weizenpreise auf den Weltmärkten machen den ärmsten Ländern nach Angaben von Hilfsorganisationen am meisten zu schaffen. Bis zu 36 Länder könnten sich einer neuen Lebensmittelkrise gegenübersehen, erklärten die Vertreter der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen am Freitag in Genf. Von den 36 Ländern und Gebieten, die unter den Engpässen am meisten leiden dürften, listet der Bericht 21 in Afrika, neun in Asien und zwei in Europa (Moldawien sowie Tschetschenien in der Russischen Föderation) auf. (APA/AP/dpa)