Bilbao - Nach der Festnahme der Führungsspitze der verbotenen Separatistenpartei Batasuna ist es im spanischen Baskenland zu vereinzelten Ausschreitungen gekommen. Nahe der Metropole Bilbao stoppten vermummte Gewalttäter einen Linienbus und versuchten, diesen in Brand zu stecken, wie der spanische Rundfunk am Samstag berichtete.

Die militanten Separatisten hätten den Busfahrer mit Benzin übergossen und ihn sowie die Passagiere gezwungen, auszusteigen. Anschließend hätten sie Brandsätze in das Fahrzeug geschleudert, diese seien jedoch nicht explodiert. Als eine Polizeistreife eintraf, flüchteten die Täter.

23 Batasuna-Funktionäre festgenommen

In der baskischen Kleinstadt Pasaia sei ein Gerichtsgebäude mit Brandsätzen angegriffen worden, teilten die Behörden mit. Es sei nur geringer Sachschaden entstanden. Zuvor hatten am Freitagabend in Bilbao und San Sebastián rund 1000 Separatisten ohne Zwischenfälle gegen die Festnahme von 23 Führungsmitgliedern von Batasuna (Einheit) am Donnerstag protestiert. Den Festgenommenen wird Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung zur Last gelegt. Batasuna gilt als politischer Arm der Untergrundorganisation ETA, die im Juni eine 14-monatige "Waffenruhe" für beendet erklärt hatte. Vor vier Jahren war die Partei verboten worden.

Kriegserklärung

Die Batasuna betrachtet die Festnahme eines großen Teils ihrer Führungsriege als "Kriegserklärung" der spanischen Regierung. Das sagte Batasuna-Sprecher Pernando Barrena am Samstag in San Sebastian (Donostia). Die Polizeiaktion, bei der am Donnerstagabend 23 ranghohe Parteimitglieder festgenommen worden waren, habe zum Ziel gehabt, "der baskischen Unabhängigkeitsbewegung die Tür vor der Nase zuzuschlagen".

Ein französischer Sprecher der Bewegung, Xabi Larralde, sagte in Bayonne (Baiona), dass es ohne "die Arbeit einer politischen Kraft wie Batasuna" keinen Frieden im Baskenland geben werde. Auch eine eine ähnliche Serie von Festnahmen im Jahr 1997 habe die Bewegung "niemals an ihrer Arbeit" gehindert. Die neuerliche Aktion verstärke die Entschlossenheit der Batasuna. (APA/dpa)