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Linz, Hickersberger, Prager.

Fotos: APA/ Schlager, Diener
Wien - Mit Verwunderung haben Roland Linz und Thomas Prager auf ihre Nicht-Berücksichtigung für die Testspiele der österreichischen Fußball-Nationalmannschaft in Zürich gegen die Schweiz (13. Oktober) und in Innsbruck gegen die Elfenbeinküste (17. Oktober) reagiert. Teamchef Josef Hickersberger hatte bei der Kaderbekanntgabe am Freitag den Verzicht auf die beiden Legionäre mit deren Verhalten rund um das bisher letzte ÖFB-Match im vergangenen September gegen Chile (0:2) begründet.

An Prager kritisierte "Hicke", dass der Heerenveen-Kicker nach seiner Auswechslung sofort duschen ging und die letzten 30 Minuten nicht mehr von der Bank aus mitverfolgte, an Linz wiederum missfiel ihm dessen Trainingseinstellung. "Wenn er das so sieht, nehme ich es zur Kenntnis", sagte Linz.

Linz kann damit leben

Der Braga-Stürmer, der am Donnerstag für seinen Club beim Aufstieg in die UEFA-Cup-Gruppenphase ein Tor per Elfmeter erzielte, war schon vor zwei Wochen von ÖFB-Präsident Friedrich Stickler öffentlich gescholten worden. "In jeder Krise gibt es einen Sündenbock, und in diesem Fall bin das eben ich. Aber ich kann damit leben und will mich so schnell wie möglich wieder für das Team präsentieren."

Linz wäre nach eigenen Angaben in den bevorstehenden beiden ÖFB-Partien gern dabei gewesen, "aber nichtsdestotrotz werde ich bei den Spielen vor dem Fernseher sitzen und die Daumen drücken, denn ich sehe mich noch immer als Teil der Mannschaft".

Prager leicht verwundert

So wie Linz erfuhr auch Prager am Freitag via Medien, dass er nicht im ÖFB-Aufgebot steht. Die Begründung von Hickersberger konnte der Heerenveen-Legionär nur schwer nachvollziehen. "Wenn ich deswegen nicht einberufen worden bin, weil ich mich der Mannschaft gegenüber respektlos verhalten haben soll, dann kann ich das nicht verstehen", meinte der Mittelfeldspieler.

Er habe bei seiner Auswechslung Hickersberger die Hand gegeben und sei dann in die Kabine marschiert, "weil zu diesem Zeitpunkt kein Spieler mehr auf der Ersatzbank gesessen ist. Außerdem war ich frustriert wegen meiner schlechten Leistung und wegen des 0:2-Rückstandes". Bereits am Tag danach hatte Hickersberger den Abgang des Mittelfeldspielers kritisiert. Als Prager von der Teamchef-Schelte erfuhr, telefonierte er noch am gleichen Tag mit "Hicke". In diesem Gespräch wurden seiner Meinung nach alle Missverständnisse ausgeräumt.

Wie sich aber herausstellte, war die Sache für Hickersberger doch nicht so schnell erledigt. Dennoch will Prager nun so schnell wie möglich wieder zurück in die ÖFB-Auswahl. "Ich bin immer gern beim Team. Wenn ich das nächste Mal einberufen werde, gebe ich so wie immer 100 Prozent", versprach Prager.

Kurzfristig steht für den Mittelfeldspieler aber die Rückeroberung eines Stammplatzes bei Heerenveen im Mittelpunkt. Die Chancen dafür stehen nicht schlecht, immerhin bereitete er nach seiner Einwechslung im UEFA-Cup gegen die Schweden den Ehrentreffer vor und hatte selbst noch eine große Einschussmöglichkeit. Schon am Sonntag im Heimspiel gegen Heracles Almelo könnte er wieder in der Startformation stehen. "Wir verlieren in letzter Zeit fast jedes Match, jetzt muss sich einmal was tun", so Prager. (APA/red)