Wien - Studien zeigten hier Handlungsbedarf, erklärte OeNB-Direktor Josef Christl. In einem ersten Schritt startet die OeNB eine Bildungsinitiative mit geeigneten Partnern - Regierungsstellen, Vereine, Bildungseinrichtungen, Konsumentenschützer, Banken - im In- und Ausland.

"Sehr begrüßen" würde die Nationalbank eine Aufwertung der Wirtschaftskunde zu einem eigenen Schulfach. In der derzeitigen Kombination mit der Geografie müsse die Wirtschaft ständig gegen geografische Themen konkurrieren. Eine verstärkte Fokussierung auf Wirtschaft könnte es den jungen Menschen ermöglichen, etwa Wahlversprechen politischer Parteien besser zu beurteilen, meinen die OeNB-Experten.

"Die Österreicher haben Interesse an Finanzfragen, ihr Wissen darüber ist aber verbesserungsfähig", sagte Christl unter Verweis auf eine OeNB-Studie. Darin geben 59 Prozent der Befragten an, sich "gerne" mit Finanzfragen zu befassen. Zugleich bewertet fast die Hälfte (47 Prozent) ihren Informationsstand als weniger gut. Fast zwei Drittel wünschen sich mehr Informationen zu Finanzfragen. Und 90 Prozent sind der Meinung, dass die finanzielle Allgemeinbildung in Österreich verbessert werden sollte.

Auch an den Schulen besteht Verbesserungsbedarf. Während sich Schüler mehrheitlich (60 Prozent) gut informiert über wirtschaftliche Zusammenhänge fühlen, weisen sie laut Studie doch relativ große Wissenslücken auf. Das sei allerdings kein österreichisches Phänomen, so die Studienautoren.

Neben Unterrichtsmaterial wie einem Informationshandbuch oder einem "Bildungskoffer" in Form einer CD-Rom gebe es auch Pläne, den "Euro-Bus" der Nationalbank künftig als rollende Bildungseinrichtung durch Österreich fahren zu lassen. (APA)