Das gute alte Quecksilberthermometer hat ausgedient

Foto: Österreichische Apothekerkammer
Wien - Das Lebensministerium und die Apotheken starteten unter dem Motto "Gesund leben im Haushalt" eine Aufklärungskampagne und tauschen in den Apotheken Quecksilber- gegen Digitalfieberthermometer aus.

Ein Euro für Digitalthermometer

Zwischen 9. und 25. Oktober können alle Konsumenten in den österreichischen Apotheken kostenlos ihr altes Quecksilber-Fieberthermometer zurückgeben und erhalten dafür ein hochwertiges digitales Fieberthermometer zum Preis von nur einem Euro.

Trennung vom "Familien-Quecksilber"

Mit der Aktion wolle man aktiv Quecksilber aus Österreichs Haushalten holen, denn gerade bei Fieberthermometern gebe es schon heute unbedenkliche Alternativen. "Ich hoffe, dass möglichst viele Konsumenten ihr "Familien-Quecksilber" zur fachgerechten Entsorgung in die Apotheken bringen", so Umweltminister Josef Pröll.

Giftigkeit von Quecksilber

Schwermetalle wie Quecksilber, Blei, Kadmium oder Arsen werden für den menschlichen Organismus nicht gebraucht und werden als "primär toxische" Metalle bezeichnet. "Quecksilber ist eines der giftigsten davon. Schwermetalle haben den Nachteil, dass sie nicht abgebaut werden und als Element bestehen bleiben, was immer man anstellt. Sie sollten also mit allen Mitteln dem menschlichen Organismus fern gehalten werden, zumal sich herausgestellt hat, dass sie letztlich wesentlich giftiger sind als angenommen", warnt Eckhard Beubler vom Institut für experimentelle und klinische Pharmakologie, Medizinische Universität Graz.

Körperliche Auswirkungen

Aufgrund seines hohen Dampfdruckes verdampft metallisches Quecksilber relativ rasch in die Luft. In geschlossenen Räumen nimmt daher die Quecksilberkonzentration in der Luft rasch zu. Beim Einatmen werden über die Lunge 80 Prozent des vorhandenen Quecksilberdampfes resorbiert.

Quecksilber wird aus der Lunge ins Blut aufgenommen und nach Passage der Blut-Hirn-Schranke im Gehirn allmählich in das gefährliche Methyl-Quecksilber umgewandelt. Ist die Konzentration hoch genug, klagen Patienten hauptsächlich über Kopfschmerz und Schwindel, über Nervosität und schlechte Merkfähigkeit, weiters treten Metallgeschmack, Erbrechen und Durchfall auf.

Bei höheren Konzentrationen kommt es zu einem Lungenödem und zu feinschlägigem Zittern der Hände. Sind solche Symptome einmal erreicht, bleiben Patienten über Jahre hinweg geschädigt.

Kontakt möglichst gering halten

Auch wenn derartig schwerwiegende Symptome beim Zerbrechen eines Thermometers nach Aufsammeln der Quecksilberkügelchen nicht unbedingt auftreten müssen, ist es wichtig, den Kontakt des Menschen mit metallischem Quecksilber so gering wie möglich zu halten.

Gegen die Aufnahme von Quecksilber mit Nahrungsmitteln wie Fisch oder Innereien, die Hauptquelle unserer Quecksilberbelastung, ist schwer etwas zu unternehmen. Zusätzliche Belastungen sollen aber vermieden werden, zumal nicht bekannt ist, welche Konzentrationen im Gehirn bereits Schäden verursachen. (red)