Wien - Eine gute Nachricht für die Lehrerinnen und Lehrer drang Montagnachmittag aus der SPÖ-Klausur in Villach: Bildungsministerin Claudia Schmied, die sich vergangene Woche nicht nur von den schwarzen, sondern auch von vielen roten AHS-Lehrergewerkschaftern mit zum Teil geharnischter Kritik an den von ihr geplanten Modellversuchen für die "Neue Mittelschule" konfrontiert sah, ließ die Lehrerschaft wissen, dass sie bei ihren Besuchen in Schulen immer wieder sehe, "dass es bei den Lehrerarbeitsplätzen viel zu tun gebe".

Sie wolle daher gezielt auch in diesen Bereich investieren. "Wenn wir Team-Teaching wollen, müssen wir auch den nötigen Raum für die Zusammenarbeit zur Verfügung stellen". Das werden die Lehrerinnen und Lehrer, egal, ob gesamtschulaffin oder nicht, auf jeden Fall mit Freude hören.

Dieses Gefühl bei der ÖVP auszulösen wird schwieriger. Denn ÖVP-Chef Wilhelm Molterer stellte sich am Montag hinter VP-Bildungssprecher und Beamtengewerkschaftschef Fritz Neugebauer.

Prozente statt Gesetz

Dieser drohte im Standard die Blockade der von Schmied geplanten Novelle des Schulorganisationsgesetzes zur Realisierung der Gesamtschulmodellregionen an. Molterer: "Eine gesetzliche Grundlage für die Modellregionen brauchen wir nicht." Gesprächsbereit sei die ÖVP nur beim Prozentsatz, wie viele Klassen eines Bundeslandes als Schulversuch geführt werden können (derzeit fünf Prozent).

Neugebauer interpretierte Schmieds Referat in Villach - sie lobte die Aufstockung der Nachmittagsbetreuung um 40 Prozent auf 95.000 Plätze, die Sprachförderung im Kindergarten, den bundesweiten Bildungsplan - als Signale für den "Willen zur Umsetzung". "Die ÖVP ist mit an Bord", und er, Neugebauer, freue sich auf "konstruktive Gespräche". (nim/DER STANDARD Printausgabe, 9. Oktober 2007)