Sie sind allesamt Schwergewichte der deutschen Wirtschaft und bringen zusammen 20 Prozent des DAX auf die Waage. Gemeint sind die Aktien von BASF, Daimler und Deutscher Bank, die die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) als Basiswerte für ihr „Basket Zanonia“-Zertifikat (ISIN DE 000 LBW 3BG 5) ausgesucht hat. Als BASF-Aktionär hatten Anleger zuletzt gut lachen: Der Chemiegigant eilt von einem Rekordergebnis zum nächsten. Im ersten Halbjahr 2007 stieg der Umsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 17,9 Prozent auf 29,3 Mrd. Euro. Der Gewinn kletterte um 12,7 Prozent auf 4,16 Euro je Aktie. Getragen wurde diese Entwicklung von einer robusten Weltkonjunktur. Dies spiegelt sich auch im Aktienkurs wider, der seit Jahresbeginn um über 30 Prozent zugelegt hat.

Noch besser sah es zuletzt bei Daimler aus. Seit der Ankündigung der Trennung vom Chrysler startet die Aktie durch. Die Anleger sind sich dabei in einem einig: Durch die Scheidung können sich die Stuttgarter jetzt auf ihr Kernsegment der Luxusautos konzentrieren. Und dies trägt erste Früchte: Die operative Umsatzrendite lag im ersten Halbjahr 2007 bei 8,2 Prozent. Bis 2010 wollen die Schwaben sogar zum weltweit profitabelsten Hersteller aufsteigen und eine zehnprozentige Rendite sicherstellen. Das Sorgenkind des Trios ist die Deutsche Bank. Vor zwei Wochen hatte Deutsche Bank-Chef Josef Ackermann Fehler durch „übertriebene Engagements“ eingeräumt. So müssten Kreditzusagen von 29 Mrd. Euro neu bewertet werden. Die Ergebnisbelastung im dritten Quartal beträgt satte 2,2 Mrd. Euro. Die Börse hatte dies schon länger geahnt. Der Aktienkurs hat von der Spitze im Mai bereits knapp 25 Prozent nachgegeben.

Das „Basket Zanonia“-Zertifikat läuft maximal bis November 2011. Es wird vorzeitig zurückgezahlt, wenn alle drei Aktien an einem Bewertungstag mindestens auf 90 Prozent des Startniveaus notieren. Gelingt dies im November 2008, erfolgt eine Rückzahlung von 1.400 Euro, was einer Rendite von 32 Prozent oder 28,1 Prozent p.a. entspricht. Gelingt dies nicht, steht schon im Juni 2009 die nächste (steueroptimierte) Chance an. Allerdings sinkt dann die Rückzahlung auf 1.300 Euro, bei identischen Tilgungsvoraussetzungen. Diese bleiben auch an den restlichen Terminen im November 2010 und 2011 gleich, wobei auch hier der Rückzahlungsbetrag im Erfolgsfall jeweils um weitere 100,00 Euro sinkt. Sollte auch im November 2011 mindestens eine Aktie „unter Wasser“ liegen, jedoch kein Papier um 50 Prozent unter das Startniveau gefallen sein, bekommt man das Zertifikat zu 1.000 Euro ausgezahlt. Andernfalls erfolgt die Rückzahlung in Aktien des Basiswertes mit der schwächsten Performance am letzten Bewertungstag.

ZJ-Fazit: Um in den Genuss der steuerfreien Rendite zu kommen, muss eine Rückzahlung an einem der ersten beiden Stichtage klappen. Jedoch ist der Puffer mit zehn Prozent kein sanftes Ruhekissen. Insbesondere bei der Deutschen Bank kann es aufgrund der Subprime-Krise zu negativen Überraschungen kommen. Trotzdem handelt es sich um eine renditestarke Spezialsituation.