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Der russische Energiekonzern Gazprom und die Ukraine haben mit einem Zahlungsabkommen eine neue Gaskrise und damit auch die Gefahr stockender Gaslieferungen für die Europäische Union abgewendet. Beide Seiten unterzeichneten am Dienstag eine Vereinbarung, nach der die Ukraine bis Ende Oktober eine Rechnung in Höhe von umgerechnet 921 Mio. Euro begleicht, wie Gazprom in Moskau erklärte. Darauf hatten sich Gazprom-Chef Alexej Miller und der ukrainische Energieminister Juri Boiko geeinigt.

Nachdem Russland vergangenes Jahr wegen Zahlungsrückständen die Gaslieferungen an die Ukraine ausgesetzt hatte, war es auch in der EU zu Liefereinschränkungen gekommen.

"Die Vereinbarung bestätigt die Höhe der Schulden und legt die Art der Rückzahlung vor dem 1. November fest", hieß es in der Stellungnahme von Gazprom nach dem Gespräch zwischen Gazprom-Chef Miller und dem ukrainischen Energieminister Boiko. Gazprom hatte vergangene Woche mit der Drohung für Aufsehen gesorgt, der Ukraine den Gashahn abzudrehen, sollte diese nicht bis Monatsende die ausstehenden 1,3 Mrd. Dollar bezahlen.

Vorwurf der Einmischung

Während der Verhandlungen traf auch der pro-russische ukrainische Regierungschef Viktor Janukowitsch in Moskau ein, wo er seinen russischen Amtskollegen Viktor Subkow sowie den russischen Staatschef Wladimir Putin treffen wollte.

Gazprom war vorgeworfen worden, sich mit seinem Zahlungsultimatum an die Ukraine in die inneren Angelegenheiten der früheren Sowjetrepublik einzumischen. Dort ringen nach der Parlamentswahl Ende September derzeit die pro-westlichen Parteien Block Julia Timoschenko und Unsere Ukraine von Präsident Viktor Juschtschenko sowie die pro-russische Partei der Regionen von Janukowitsch um die Bildung einer neuen Regierung. Gazprom hatte die Vorwürfe ebenso zurückgewiesen wie Befürchtungen, ein Lieferstopp für die Ukraine könnte auch Gaslieferungen nach Mitteleuropa ins Stocken bringen.

Im vergangenen Jahr hatte Gazprom wegen eines anderen Zahlungsstreits mit der Ukraine dem Land zwischenzeitlich Gaslieferungen verweigert. Dies führte auch in mehreren europäischen Ländern, die Gas aus Russland in Leitungen durch die Ukraine geliefert bekommen, zu Engpässen. Die EU hatte daher eine rasche Beilegung des erneuten Streits gefordert. (APA)