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Das Protokoll der Mitglieder des Offenmarktausschusses der Federal Reserve war mit Spannung erwartet worden.

Foto: APA/EPA/Matthew Cavanaugh
Washington - Die US-Notenbanker haben die Zinsen bei ihrer September-Sitzung einstimmig um 50 Basispunkte gesenkt, um die weltgrößte Volkswirtschaft vor Schaden im Zuge der Kreditkrise zu bewahren. Die Mitglieder des Offenmarktausschusses der Fed sahen sich für diesen Schritt gerüstet, weil die Inflationsrisiken ihrer Meinung nach zuletzt ein wenig abgenommen hatten, wie aus dem am Dienstag veröffentlichten Protokoll der Sitzung vom 18. September hervorgeht.

Einige potenzielle Gefahren für die Preisstabilität blieben nach Meinung der Notenbanker allerdings bestehen - etwa der schwächelnde Dollar oder die steigenden Arbeitskosten.

Das Protokoll war mit Spannung erwartet worden, weil sich Experten davon Hinweise versprachen, wie die Zinspolitik der Fed in den kommenden Monaten aussehen wird und ob es eventuell weitere Zinssenkungen gibt.

Einschätzung

Allerdings nahmen die Märkte das Protokoll unterschiedlich auf: Die US-Aktienmärkte legten nach der Veröffentlichung deutlich zu, weil viele Investoren in der Mitschrift wegen der geringeren Inflationssorgen Signale für eine weitere Zinssenkung zu erkennen glaubten. Dagegen gaben die US-Kreditmärkte nach. Hier gingen die Händler überwiegend davon aus, dass die Notenbank die Zinsen in naher Zukunft eher unverändert lassen wird. Dies begründeten sie mit der Einschätzung, dass mit einem Ende der Kreditkrise auch die Begründung für eine Zinssenkung entfalle.

Seit dem 18. September liegt der Schlüsselzins in den USA bei 4,75 Prozent. Als ausgeschlossen galt vor der damaligen Fed-Sitzung unter Experten auch nicht, dass die Notenbanker die Zinsen um zunächst 25 Basispunkte senken könnten. Das Protokoll zeigte jedoch keinerlei Diskussion über eine Lockerung der Geldpolitik in dieser Höhe.

Auch Äußerungen verschiedener Fed-Vertreter vom Dienstag brachten den Märkten keine Klarheit über die zukünftige US-Geldpolitik. Janet Yellen von der Fed in San Francisco etwa betonte die derzeitige Unsicherheit über den wirtschaftlichen Ausblick. Deshalb habe sie noch keine Entscheidung darüber gefällt, welche Geldpolitik in Zukunft gebraucht werde. (APA/Reuters)