Aller guten Dinge sind drei: Das Gremium der Med-Uni Graz sucht jetzt drei Kandidaten für die Rektorswahl.

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Graz - Der Senat der Medizinischen Universität Graz will es nun offenbar doch mit einem Dreiervorschlag versuchen. Das Gremium hat sich am Dienstag in einer Sitzung neuerlich mit der Rektorwahl auseinandergesetzt und überlegt, wie man zu einem solchen Vorschlag kommen könnte. Wie Vorsitzender Rudolf Bratschko der APA erklärte, soll am kommenden Montag dazu in einer weiteren Sitzung eine Lösung gefunden werden.

Einser- und Zweiervorschläge

Zwei Mal hatte der Senat dem Uni-Rat bisher keinen Dreier- sondern einen Einer- bzw. einen Zweiervorschlag vorgelegt. Diese fanden aber keine Stimmenmehrheit im Uni-Rat. Am Dienstag nach der Sitzung meinte Bratschko, man sei nun bemüht, dem Uni-Rat zu entsprechen und ihm die Möglichkeit zu geben, "aus einem Dreiervorschlag einen Kandidaten oder eine Kandidatin" zu wählen. Der Beschluss sei mehrheitlich gewesen. Seitens des Uni-Rates zeigte man sich erfreut, dass nun "Bewegung in die Sache kommt", so Vorsitzender Franz Marhold auf APA-Anfrage.

Keine Frau unter den Kandidaten

Die Genesis der Rektorswahl an der Med-Uni füllt inzwischen Bände: Nachdem der Senat im Frühjahr nur einen Einer-Vorschlag präsentiert und dieser Kandidat im Uni-Rat nicht die erforderliche Mehrheit bekommen hatte, musste neu ausgeschrieben werden. Beim zweiten Versuch wurde vom Senat ein Zweiervorschlag erstellt, der aber nicht zur Abstimmung im Uni-Rat kam, weil der Arbeitskreis für Gleichbehandlungsfragen Bedenken angemeldet hatte, da die einzige Bewerberin - Babette Simon, Vizerektorin der Philipps-Universität Marburg - nicht in den Vorschlag gekommen war.

Inzwischen war Rektor Gerhard Franz Walter, der im ersten Verfahren durchgefallen war und sich bei der Wiederholung nicht mehr beteiligt hatte, zurückgetreten, um die Handlungsfähigkeit der Uni zu erhalten. Ohne Neubestellung hätte es ab 1. Oktober auch kein Vizerektorat gegeben, dessen Inhaber, Karlheinz Tscheliessnigg, nunmehr die Rektorsagenden bis zur Neuwahl ausfüllt.

Zweiervorschlag rechtswidrig

Weil der Senat den Bedenken des Arbeitskreises nicht Rechnung getragen und den Zweiervorschlag bestätigt hatte, entschloss sich der Arbeitskreis am vergangenen Dienstag für den Gang zum Minister; ebenso hatte der Uni-Rat einen Brief wegen möglicher "Rechtsverstöße" des Senats an das Wissenschaftsministerium geschickt. Am vergangenen Mittwoch war dann ein aufsichtsbehördliches Verfahren eingeleitet worden, nachdem das Ministerium den Zweiervorschlag als rechtswidrig erklärt hatte und sich eine mögliche Diskriminierung näher anschauen wollte. Bis 20. Oktober muss nun der Senat gegenüber dem Ministerium Stellung beziehen.(APA)