Wien - Familienministerin Andrea Kdolsky und Frauenministerin Doris Bures haben am Mittwoch nach dem Ministerrat stolz die Einigung zum sogenannten Kinderbetreuungspaket präsentiert. Demnach sollen mit der Kindergartenoffensive 6.000 bis 8.000 zusätzliche Betreuungsplätze jährlich geschaffen werden.

Die beschlossene Beteiligung des Bundes an der Finanzierung der Kleinkindbetreuung wird indes von der AK Wien begrüßt, zugleich stellte die Leiterin der Abteilung Frauen, Ingrid Moritz, fest, dass dies "nur ein erster Schritt" sein könne: "Akut fehlen 15.000 Plätze für die Jüngsten, und nach der Reform des Kinderbetreuungsgeldes wird dieser Bedarf noch deutlich ansteigen." Wenn Eltern ab 2008 das Kinderbetreuungsgeld kürzer und dafür mit einem höheren Betrag beziehen können, unterstüzte das den frühen Wiedereinstieg und mache damit einen Ausbau der Kleinkindbetreuung notwendig, erläutert Moritz in einer Aussendung.

Qualitätskontrolle

Auch die Qualität der Betreuung müsse stimmen, so Moritz weiter. Die Vorgaben des Bundes für die Betreuungsqualität erfüllten aber nur wenige Plätze, wie eine aktuelle Auswertung der Statistik Austria im Auftrag der AK Wien zeige. Die Kriterien dafür: mindestens 45 Stunden in der Woche geöffnet, zumindest an vier Tagen neuneinhalb Stunden, Mittagessen und maximal 25 Schließtage im Jahr. "Nur in Wien, Kärnten und Salzburg gibt es für die Mehrheit der Kinder nach diesem Vergleichsindex eine solch umfassende Betreuung." Burgenland und Tirol hätten bei der Anzahl der Plätze einiges erreicht, es bestehe aber Verbesserungsbedarf hinsichtlich der Öffnungszeiten.

"Die Praxis zeigt aber, dass die Erwerbstätigkeit von Müttern an der umfassenden Betreuung hängt", so Moritz. Sind die Kinder in einer Einrichtung, die diesen Kriterien entspricht, dann sind die Mütter häufiger und länger in Beschäftigung. "Wenn die Kinder-betreuung den Vereinbarkeitsindikator erfüllt, arbeiten 43 Prozent in Vollzeit. Ist das nicht der Fall, sind es nur 24 Prozent der Mütter." (red)