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Reges Interesse am Wolfsburger Training.

Foto: Vogel/Getty
Wolfsburg/Teheran - Fußball-Bundesligist VfL Wolfsburg hat auf die anhaltende kontroverse Diskussion um Ashkan Dejagah reagiert und seinen Mittelfeldspieler vorerst vor der Öffentlichkeit abgeschirmt. Der iranisch-stämmige Deutsche, der nach seiner Absage für das U21-Länderspiel am kommenden Freitag in Israel in die öffentliche Kritik geraten war, fehlte am Mittwochvormittag beim ersten Training in dieser Woche. Trainer Felix Magath hatte dem 21-Jährigen freigegeben. "Ashkan ist nicht suspendiert worden. Er wird weiterhin mit der Mannschaft trainieren", sagte der 54-jährige Coach nach der Übungseinheit auf dem Wolfsburger Trainingsgelände.

"Die jüdische Lobby in Deutschland..."

In den iranischen Medien war die Absage von Dejagah zentrales Thema. Die Sportzeitung "Goal" bezeichnete dessen Entscheidung am Mittwoch als "heroisch und meisterlich" und kritisierte den Zentralrat: "Die jüdische Lobby in Deutschland provoziert eine politische Welle gegen Dejagahs meisterliche Entscheidung." Das staatliche Fernsehen lobte die Entscheidung des Spielers als "ein sehr ehrenvolles Verhalten von einem jungen Mann, der nicht einmal im Iran aufgewachsen ist". Die Offiziellen des iranischen Fußballverbandes hielten sich mit Reaktionen bisher zurück. In den israelischen Medien spielte das Thema vorerst keine Rolle.

Seit der Islamischen Revolution von 1979 lehnt es der Iran ab, Israel anzuerkennen und verbietet seinen Staatsbürgern die Einreise sowie den sportlichen Wettkampf. Das Verbot wurde von den jeweiligen Verbänden in den vergangenen 28 Jahren strikt und ohne Ausnahme umgesetzt.(APA/dpa)