Wien – In einem Vieraugengespräch zwischen Verteidigungsminister Norbert Darabos (SPÖ) und Außenministerin Ursula Plassnik (ÖVP) wurde der weitere Fahrplan für die in den Tschad zu entsendenden österreichischen Soldaten festgelegt: Am 15. Oktober soll beim Außenministerrat in Brüssel über das Projekt einer EU-Truppe beraten werden – wie einem Ministerratsvortrag der beiden Ressortchefs zu entnehmen ist, beabsichtigt Österreich, der Tschad-Truppe zuzustimmen.

Und selbst in Kompaniestärke (etwa 100 Mann) mitzumachen. Der Ministerrat hat Darabos am Mittwoch ermächtigt, den Generalstab mit der konkreten Planung einer Truppenentsendung zum Schutz der Darfur-Flüchtlinge zu beauftragen. Die Planung ist auf sechs Monate angelegt, weil dann eine Evaluierung erfolgen soll – so es dabei keine schwerwiegenden Bedenken gibt, sind dann regelmäßige Verlängerungen üblich.

Gleichzeitig wird geprüft, ob und wie ergänzend zu der militärischen Schutzaktion zivile humanitäre Hilfe geleistet und österreichische Expertise für die Wiederherstellung ziviler Strukturen beigestellt werden kann.

Im Bundesheer sind inzwischen erste konkrete Umsetzungsschritte für eine Verlegung nach Afrika gesetzt worden: Da daran gedacht ist, Alouette-Hubschrauber mitzuschicken, sind Experten inzwischen in Paris, um sich mit den französischen Kräften, die dasselbe Gerät verwenden, abzustimmen.

Die schwereren und besser geschützten S-70 „Black Hawk“ Hubschrauber sind nicht in ausreichender Zahl für einen entsprechenden Auslandseinsatz verfügbar. Allerdings berichtet das Internetmagazin airpower.at, dass soeben ein Angebot für drei weitere S-70 beim Verteidigungsministerium eingegangen ist. (Conrad Seidl/DER STANDARD, Printausgabe, 11.10.2007)