Wien - Israelische Teams und Sportler sowie Sportwettbewerbe in Israel wurden und werden immer wieder boykottiert, einst von sozialistischen, nun von islamischen Ländern. Vor allem der Iran hat oft auch den Sport benützt, um gegen Israel Stellung zu beziehen.

Bei Olympia 2004 in Athen nahm Judoka Arash Miresmaeli zu, bis er das Limit für seine Klasse überschritt und sein Kampf gegen den Israeli Ehud Vaks platzen musste. Es wurde ihm die Belohnung eines Olympiasiegers, eine Milliarde Rial, versprochen. Regierungssprecher Abdollah Ramazanzadeh sah Miresmaeli als "wahren Champion und Helden des Friedens". Denn: "Es ist unsere Politik, das zionistische Regime nicht anzuerkennen. Wir akzeptieren die Teilnahme von Sportlern unter dieser Flagge bei internationalen Ereignissen nicht."

In vielen Sportarten wird Israel aus sportpolitischer Räson europäischen Verbänden zugerechnet. Seit den 50ern spielen die Basketballer und Volleyballer in Europa mit. Die Fußballer, 1974 auf kuwaitische Initiative aus dem asiatischen Verband ausgeschlossen, traten zunächst in der Ozeaniengruppe (mit Australien, Neuseeland) an. Israels Aufnahme in die UEFA, lange von der Sowjetunion verhindert, wurde 1991 vollzogen, wie überhaupt es nach dem Zusammenbruch der sozialistischen Staaten zur fast vollständigen Europäisierung des israelischen Sports kam.

Natürlich kein Vergleich. Doch auch (neun) österreichische Fußballer weigerten sich, gegen Israel zu spielen. Das lag im Oktober 2001 an der unsicheren Lage in Israel. "Nicht wir lassen das Team im Stich, sondern die FIFA lässt uns hängen, indem sie uns zwingt, in der derzeitigen politischen Situation dort zu spielen. Dort ist es zu gefährlich", sagte Dietmar Kühbauer. Dank eines Herzog-Tors zum 1:1 in der 92. Minute erreichte das Team ein WM-Quali-Playoff, in dem es gegen die Türkei keine Chance hatte. (DER STANDARD, Printausgabe, Donnerstag, 11. Oktober 2007, Fritz Neumann)