Der weltweit viertgrößte Handyhersteller Sony Ericsson hat trotz eines unerwartet starken Preisrückgangs bei seinen Mobiltelefonen im dritten Quartal mehr verdient als am Markt erwartet. Mit 384 Mio. Euro lag das Vorsteuerergebnis zwar unter dem des Vorjahreszeitraums von 427 Mio. Euro, wie das Gemeinschaftsunternehmen des japanischen Sony-Konzerns und der schwedischen Ericsson am Donnerstag mitteilte. Analysten hatten jedoch im Schnitt nur mit 358 Millionen Euro gerechnet.

Einsteiger-Segment

Sony Ericsson setzte zuletzt bei seinem Wachstum verstärkt auf günstigere Handys. Die Preisspanne sei nun so groß wie noch nie in der Geschichte des Konzerns, sagte Sony Ericsson-Chef Miles Flint. Zur Absatzsteigerung hätten sowohl einfache Handys zum Telefonieren und SMS-Schreiben als auch Produkte wie das W200-Walkman-Handy beigetragen, sagte er. Im dritten Quartal lieferte das Unternehmen 25,9 Millionen Handys aus und damit knapp ein Drittel mehr als im Vorjahr. Der Umsatz lag bei 3,11 Mrd. Euro und blieb damit hinter den Analystenschätzungen zurück.

Im Durchschnitt kostete ein Sony-Ericsson-Handy 120 Euro, das sind 27 Euro weniger als noch vor einem Jahr. Swedbank-Experte Hakan Wranne bezeichnete den Rückgang als Enttäuschung. Der Durchschnittspreis ist ein wichtiger Indikator für die Rentabilität von Handyherstellern.

Weggeschnappt

Sony Ericsson hatte zuletzt den Rivalen Samsung Electronics und Motorola Marktanteile weggenommen. Weltweit führender Handyhersteller ist der finnische Anbieter Nokia.(apa/reuters)