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Ihr extremes Hoch erreichten die Preise für Pellets im November 2006, als die Tonne durchschnittlich 267 Euro kostete.

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Graz - Im Vergleich zu 2006 werde der Absatz im heurigen Geschäftsjahr bei den heimischen Kesselherstellern um rund die Hälfte zurückgehen, sagte Christian Rakosch vom Branchenverband "Pro Pellets Austria" am Donnerstag. Zwar seien die Preise mittlerweile auf einem normalen Niveau, gerade aber die Privathaushalte seien vor der Anschaffung einer Pelletheizung zurückgeschreckt.

Ihr extremes Hoch erreichten die Preise für Pellets im November 2006, als die Tonne durchschnittlich 267 Euro kostete. Zu Jahresbeginn waren es noch 178 Euro gewesen. Der Grund lag laut Rakosch im vorangegangenen sehr kalten Winter, der einerseits die Nachfrage nach oben getrieben und auch den Holzschlag schwierig gemacht habe.

Verschreckte Konsumenten

Die Folge waren verschreckte Konsumenten, die weniger Kessel orderten, räumte Rakosch ein: Vor allem Privathaushalte zeigten Zurückhaltung, während es bei großen Kesseln für Gewerbebetriebe kaum Einbußen gebe.

Mittlerweile sind die Preise wieder bei verträglicheren 187 Euro pro Tonne angelangt - im Oktober 2006 waren es noch 265 Euro/t -, das sei aber noch nicht ins Bewusstsein der Menschen vorgedrungen, klagt die Branche.

Betroffen von der negativen Entwicklung war unter anderem auch die steirische Vorzeigefirma "KWB - Kraft und Wärme aus Biomasse": Nach Jahren rapide steigender Absätze rasselte auch hier die Nachfrage heuer in den Keller. Statt 4.000 Heizungen im Jahr 2006 wurden dieses Jahr nur mehr 800 geordert, räumte Geschäftsführer Erwin Stubenschrott gegenüber dem ORF Steiermark ein.

Betroffen sei die gesamte Branche in ganz Europa, sagte Rakosch. In Österreich seien insgesamt 200 Leute abgebaut worden, so seine Schätzung.

"Junger Markt"

Die Hersteller verweisen nun darauf, dass es "ein junger Markt" sei, der sich nach den Turbulenzen aber einpendeln werde: "Diese Situation ist allen eine Lehre, auch den Pelletproduzenten", so Rakosch. Diese seien nicht darauf vorbereitet gewesen, "es mit einem Markt zu tun zu haben, der so empfindlich auf Preisfluktuationen reagiert". Nach diesen Erlebnissen sei auch zu erwarten, dass die Produzenten künftig in ähnlichen Situationen disziplinierter reagieren.

Dazu komme, dass die Pelletshersteller ihre Anlagen aufgerüstet haben, um mehr Kapazität zu schaffen. Derzeit werde etwa doppelt so viel produziert wie in Österreich verheizt werde, wobei der Überschuss ins Ausland gehe. Hauptabnahmeländer sind Italien, Deutschland und Holland.

Langfristig zeige der Trend nach Ansicht Rakoschs wieder nach oben: Wie sich aus den Auftragsbüchern der Hersteller von Anlagen zur Produktion der Pellets ablesen lasse, werde die weltweite Pelletproduktion von heuer sieben Mio. Tonnen im Jahr 2010 auf rund 15 Mio. Tonnen ansteigen. (APA)