Bild nicht mehr verfügbar.

Josef Friedl, Pfarrer von Ungenach.

Foto: APA/Jäger
"Das wäre noch eine schöne Erfahrung für mich im Alter", meinte der Ungenacher Pfarrer Josef Friedl auf eine Frage von ZiB-2-Moderator Armin Wolf am Mittwoch. Der hatte ihn nicht etwa nach der Möglichkeit eines sommerlichen Mallorca-Urlaubs gefragt. Ob es ihn nicht schrecke, dass bis zu sechs Monate Haft auf Beihilfe zu unbefugtem Aufenthalt stünden, ging der bescheidenen bis abenteuerlustigen, jedenfalls unerwarteten Antwort im Interview über die Beherbergung Arigona Zogajs voraus.

Auch für Armin Wolf sollte das Gespräch eine schöne Erfahrung gewesen sein. Gewohnt, dass Befragte andere, nicht gestellte Fragen beantworten oder ihm ungenaue Recherche vorwerfen ("Herr Wolf, ich schätze Sie als Journalisten, aber ..."), musste er sich bei Friedl, dem sich redliches Bemühen um wahrheitsgetreue Erwiderung förmlich ins Gesicht schrieb, beinahe erleuchtet fühlen.

Im offenen Erzählen über Arigonas wechselnde Unterschlüpfe, über die Dinge, die sie ihm über ihre kleinen Geschwister erzählt hatte, und in der Aussage, dass er nicht zu entscheiden hätte, aber sich persönlich wünsche, dass das Mädchen mit ihrer Familie in Österreich zusammengeführt würde, schillerte zwar manchmal jener Unterton durch, den Priester gewöhnlich ihren Predigten verleihen, sie machten ihn aber zum positiven Beispiel ländlicher Gemütsruhe. (pum/DER STANDARD, Printausgabe, 12.10.2007)