München - Die Finanzkrise hat den optimistischen Aussichten für die Wirtschaft in der Eurozone einen Dämpfer verpasst. Es sei derzeit sehr schwer einzuschätzen, wie stark sich die Krise auswirke, hieß es in einer am Donnerstag veröffentlichten europäischen Konjunkturprognose des Münchner ifo-Instituts und anderer europäischer Wirtschaftsforschungsinstitute. Dennoch rechnen die Experten mit einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts im dritten Quartal 2007 um 0,6 Prozent. Auch der private Konsum werde dank der günstigen Lage auf dem Arbeitsmarkt anziehen, hieß es.

Neue Abschreibungsregel

Für das vierte Quartal des Jahres und das erste Quartal 2008 schätzen die Experten den Anstieg des Bruttoinlandsprodukts auf jeweils 0,5 Prozent. Sie rechnen zudem mit höheren Investitionen. Besonders im vierten Quartal könne es wegen einer ab Jänner 2008 gültigen neuen Abschreibungsregel einen Vorzieheffekt bei Investitionen geben, hieß es. Danach werde mit einer verhalteneren Bereitschaft für neue Anschaffungen gerechnet.

Bei der Inflationsrate gehen die Experten im vierten Quartal 2007 von einem Anstieg auf 2,4 Prozent aus. Voraussetzung dafür sei ein Ölpreis zwischen 75 und 80 US-Dollar (zwischen 52,8 und 56,3 Euro) pro Barrel und ein Wechselkurs des Euro um 1,40 US-Dollar. Im ersten Quartal 2008 werde die Inflationsrate dann auf 2,2 Prozent sinken, hieß es.

Die Konjunkturprognose für den Euroraum entsteht in Zusammenarbeit der Wirtschaftsforschungsinstitute ifo in München, INSEE in Paris und ISEA in Rom. (APA/AP)