München - Der bayerische Finanzminister Kurt Faltlhauser gibt sein Amt auf. In einem Gespräch mit dem neuen Ministerpräsidenten des Freistaats, Günther Beckstein, habe Faltlhauser seinen Posten nach neun Jahren zur Verfügung gestellt, teilte das Finanzministerium am Donnerstag in München mit. Der 67-Jährige wolle damit einen Beitrag zur Verjüngung des bayerischen Kabinetts leisten.

Sein Nachfolger könnte der neue CSU-Chef Erwin Huber werden. "Erwin Huber kann sich sowohl das Amt des Wirtschafts- wie des Finanzministers vorstellen. Daran hat sich nichts geändert", sagte ein CSU-Sprecher. Huber war bereits von 1995 bis 1998 bayerischer Finanzminister.

Quadratur des Kreises

Beckstein dankte Faltlhauser dafür, "dass er mir die Quadratur des Kreises bei der Kabinettsbildung erleichtert, nachdem er im nächsten Jahr ohnehin sein Amt zur Verfügung stellen wollte." Er will sein Kabinett am kommenden Dienstag vorstellen.

Faltlhauser hatte 2006 als erster Finanzminister in Deutschland einen ausgeglichenen Haushalt vorlegen können. Bis zu seinem Wechsel ins bayerische Kabinett war der Professor im Bundestag finanzpolitischer Sprecher und stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Fraktion sowie 1994/1995 Parlamentarischer Staatssekretär des deutschen Finanzministers Theo Waigel.

Seinem Nachfolger hinterlasse er ein "sehr gut bestelltes Haus", sagte Faltlhauser: "Bayern steht finanzpolitisch unangefochten an der Spitze der Länder - eine gute Ausgangsposition." Beckstein erklärte: "Ich gebe gerne zu, dass ich anfangs mit seiner ironischen, bisweilen sogar ein wenig arrogant wirkenden Art so meine Schwierigkeiten hatte, bis ich merkte, dass das die notwendige Fassade eines Finanzministers war." Faltlhauser habe "Herausragendes für Bayern geleistet und bundesweit Maßstäbe gesetzt". (APA/Reuters/AP)